Beetzendorfer Rat stimmt für Mindestabstand von 1000 Metern bei Windrädern

„Das ist ein Standortfaktor“

Zwei Windräder an der Audorfer Mühle bei Beetzendorf
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An der Audorfer Mühle stehen zwei Windräder. Sie sind 1.000 Meter von der Ortschaft Audorf entfernt. Damit das auch beim Bau neuer Windkraftanlagen so bleibt, fasste der Beetzendorfer Gemeinderat einen entsprechenden Beschluss.
  • Christian Reuter
    vonChristian Reuter
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Wie nahe dürfen Windräder der Wohnbebauung kommen? Mit diesem Thema befasste sich der Beetzendorfer Gemeinderat während seiner jüngsten Sitzung am Donnerstag, 18. März. 

„Nutzung der Länderöffnungsklausel im Baugesetzbuch zum 1.000-Meter-Mindestabstand zwischen Wohnbebauung und Windenergieanlagen“ stand als Punkt 8.4. als Beschluss auf der Tagesordnung.

Dies missfiel Ratsherr Dietmar Sommer, weshalb er zu Beginn der Sitzung in Beetzendorf beantragte, den Punkt von der Tagesordnung zu nehmen, zumindest den Beschluss. Diskutieren könne der Rat ja darüber.

„Die Vorlage ist seit Langem bekannt, es gab genügend Vorbereitungszeit“, erwiderte Enrico Lehnemann. Und weiter: „Wir sind nicht die erste Gemeinde, die diesen Antrag stellt. Wenn einige hier kneifen wollen, ist das kein Grund, das von der Tagesordnung zu nehmen.“ Daraufhin wurde der Antrag von Sommer mehrheitlich abgelehnt.

Bevor es zur Abstimmung kam, erklärte Lehnemann dem Rat die Beschlussvorlage. Die Bundesländer könnten eigene Regeln zu den Mindestabständen festlegen (Länderöffnungsklausel). Bei dem Mindestabstand von 1.000 Metern handele es sich um ein „weiches Kriterium“. „Deutschlandweit gibt es eine unsichere Rechtssprechung. Es könnte sein, dass Windräder bis auf 500 Meter an Ortschaften heranrücken“, führte er aus.

Die Regionale Planungsgemeinschaft Altmark habe der Beschlussvorlage bereits am 16. September 2020 zugestimmt und darum gebeten, dass die Kommunen dem auch folgen sollten. Auch Lehnemann plädierte dafür, der Vorlage zuzustimmen.

Ratsherr Dirk Frenzel sah das genauso. Er werde selbst häufig durch den Lärm von Windrädern belästigt: „Ich bin unbedingt für die 1.000 Meter Abstand zur Wohnbebauung, das ist für mich ein Standortfaktor.“

Dietmar Sommer war der Ansicht, die Gemeinde müsse Flächen zur Verfügung stellen, „wenn wir die Energiewende schaffen wollen“. Es werde schon jetzt im Einzelfall geprüft, ob es durch Windräder Auswirkungen für Anwohner gebe. Bürgermeister Lothar Köppe meinte, grundsätzlich sollten die 1.000 Meter gelten, in Einzelfällen aber auch weniger möglich sein. Schließlich stimmte der Rat für den Beschluss (zehn dafür, zwei dagegen, eine Enthaltung).

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