„Ein Dorn im Auge“

Beetzendorfer Bürgermeister verteidigt Vorkaufsrecht für Bahnhofs-Areal

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Ein Blick auf drei Ruinen und ein verwahrlostes Gelände davor: Das Bahnhofsareal in der Beetzendorfer Ortsmitte ist ein Schandfleck und Bürgermeister Lothar Köppe „ein Dorn im Auge“.

Beetzendorf. Sollte die Deutsche Bahn oder eine ihrer Gesellschaften einmal die Grundstücke und den Bahnhof in Beetzendorf veräußern wollen, besitzt die Gemeinde auf diese Flächen nun ein Vorkaufsrecht.

Dies beschloss der Gemeinderat jüngst mit der Verabschiedung der erweiterten Vorkaufsrechtsatzung.

„Diese Erweiterung ist nur für den Fall geschehen, falls die Bahn das Gelände irgendwann mal entwidmet“, äußerte sich Bürgermeister Lothar Köppe auf Nachfrage der Altmark-Zeitung. Gerhard Curth, Geschäftsführer der Deutschen Regionaleisenbahn (DRE) hatte den Gemeinderatsbeschluss jüngst öffentlich kritisiert.

Im Sommer steckte vermutlich ein Brandstifter das Bahnhofsgebäude in Brand. Die Spuren sind immer noch sichtbar.

Dieser Kritik widersprach Lothar Köppe im AZ-Gespräch. Der Ortschef meinte, dass er nichts gegen eine Wiederbelebung des Geländes habe, aber: „zwei Fahrten pro Jahr sprechen nicht für eine Wiederbelebung.“ Köppe ist das gesamte Bahnhofsumfeld „ein Dorn im Auge“. Den momentanen Zustand nennt der Bürgermeister nicht vorzeigenswert. „Da reicht es nicht, immer drei Tage vor einer Fahrt dort aufzuräumen“, meinte Köppe.

Im Rat hatte jüngst auch Rainer Klinzmann Stellung bezogen. Er beschwichtigte in der Hinsicht, indem er meinte: „Wenn die Bahn dort mal neu existieren sollte, betrifft das ja nicht direkt diese Satzung.“ Zur städtebaulichen Entwicklung sei es wichtig, ein Vorkaufsrecht zu haben.

Auch der Bürgermeister teilt die letztgenannte Meinung. „Wir haben dann einen Fuß in der Tür“, hatte Lothar Köppe bereits bei vorhergehenden Beratungen zu dem Thema gesagt.

Von David Schröder

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