„Wir sollten die Chance nutzen“

Beetzendorfer AG ruft zur Bürgerbeteiligung an der Endlagersuche auf

Atommüllfässer
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Für den Atommüll wird in Deutschland ein Endlager gesucht. Bis 2031 soll der Standort feststehen, auch mehrere Orte in der Altmark kommen weiterhin in Frage.
  • Christian Reuter
    VonChristian Reuter
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Deutschland sucht noch bis 2031 nach einem Atommüll-Endlager, 90 sogenannte Teilgebiete sind nach dem Zwischenbericht der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) vom September 2020 dafür geeignet, darunter auch ein Salzstock bei Poppau.

Christel Rosenbaum engagiert sich in der Initiative „Gesunde Region Beetzendorf“ (AG Gesund leben), daher will sie auch die Bürger über die Suche nach einem Atommüllendlager aufklären. Dafür nutzt sie jede Gelegenheit, so auch bei der jüngsten Sitzung des Beetzendorfer Gemeinderates.

Christel Rosenbaum berichtete von einem Besuch der Gruppe in der Ausstellung zur Endlagersuche in Wittingen. Noch bis zum 30. Juni wird die Schau „suche:x“ des Bundesamtes für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) in der Stadthalle gezeigt.

Die Präsentation bietet einen schnellen Überblick zu wesentlichen Aspekten der Suche nach einem Endlager für hoch radioaktive Abfälle und beantwortet Fragen wie: Warum sucht Deutschland gerade jetzt ein Endlager für Abfälle aus der Kernenergie? Wie läuft die Suche ab? Kann man hoch radioaktive Stoffe überhaupt einlagern, ohne Mensch und Natur zu gefährden?

Die Beteiligung der Bürger ist fester Bestandteil des Suchprozesses und gesetzlich vorgeschrieben. Die Ausstellung erklärt, wie sich jeder aktiv an der Endlagersuche beteiligen, Kritik üben und Vorschläge machen kann. Darüber hinaus gibt es eine kleine Einführung in das Thema Radioaktivität und friedliche Kernenergienutzung in Deutschland.

Beim Besuch in Wittingen habe die Gruppe aus Beetzendorf auch Leute aus anderen Gemeinden und Städten getroffen, deren Gebiete so wie Poppau bisher noch als mögliche Endlagerstandorte in Frage kommen. „Das war sehr konstruktiv. Wir wollen uns vernetzen“, sagte Rosenbaum. Zudem sei geplant, die Ausstellung ans Beetzendorfer Gymnasium zu holen. „Und es wird eine größere Arbeitsgruppe geben“, kündigte Rosenbaum an. Sie will die Bürger aus der Region mehr einbeziehen in die Endlagersuche: „Wir brauchen Fakten aus der Bevölkerung, zum Beispiel über Absenkungen oder von Leuten, die in der Erdgasförderung gearbeitet haben.“ Diese Fakten könnten für eine Stellungnahme bei der Bundesgesellschaft für Endlagerung genutzt werden. „Wir haben eine geringe Chance, das zu begleiten, und die sollten wir nutzen“, appellierte Christel Rosenbaum.

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