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Beetzendorf: Unterschiedliche Meinungen zu Kündigung im Stölpenbad

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Von: Kai Zuber

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Schwimmunterricht im Stölpenbad Beetzendorf
Schwimmunterricht im Stölpenbad Beetzendorf: Die Kündigung des Rettungsschwimmerpaares Frank und Renate Hallensleben im Beetzendorfer Stölpenbad seitens der Kommune hat das Dorf in zwei Lager gespalten. Es gibt Argumente dafür und dagegen. © Freier Mitarbeiter

Die Kündigung des Rettungsschwimmerpaares Frank und Renate Hallensleben im Beetzendorfer Stölpenbad seitens der Kommune hat das Dorf in zwei Lager gespalten. Denn zu dem Thema gibt es im Ort komplett unterschiedliche Meinungen.

Beetzendorf – Eltern und Kinder würden via WhatsApp und Facebook in der Grundschule und der Kita gedrängt, auf einer Liste zu unterschreiben, die dafür sorgen soll, dass Frank und Renate Hallensleben ihre Jobs im Beetzendorfer Stölpenbad behalten, meint zum Beispiel die Beetzendorferin Franziska Theuer. Viele Beetzendorfer Eltern seien „froh, wenn ein anderer Betreiber oder die Gemeinde im kommenden Jahr die Badaufsicht und den Kiosk übernimmt“, so die junge Frau.

Dafür gebe es laut Theuer Gründe, denn viele Eltern hätten sich ihr anvertraut. „Teilweise wechselten Eltern aufgrund des Umgangs die Schwimmkurse in andere Badeanstalten“, so Theuer weiter und nennt einige Vorfälle, die ihr gemeldet wurden. Ein Junge wurde angeblich aufgrund seines frechen Benehmens ins Wasser geworfen. In einem anderen Fall habe Frank Hallensleben einem Kind nicht geholfen, die Stacheln einer Distel aus dem Fuß zu entfernen. „Bei Fragen bekommt man Abweisungen, und die Schwimmkurse hätten wesentlich länger dauern müssen“, meint Franziska Theuer.

In einem anderen Fall sei einem Kind aus disziplinarischen Gründen Rutschverbot erteilt worden. „Zahlreiche Familien haben aufgrund des Umgangs mit Kindern die Freude an der Badeanstalt verloren und fuhren trotz Jahreskarte in andere Badeanstalten als das Stölpenbad“, argumentiert die Beetzendorfer Mutter.

Ganz anders sieht das Sabine Neubauer aus Beetzendorf, die seit fast 50 Jahren Stammgast im Stölpenbad ist. „Die beiden Rettungsschwimmer haben sich gegenüber einigen Rabauken zu Recht Respekt verschafft. Wir waren mit dem Service im Bad und am Kiosk zufrieden und haben gegen die Kündigung der Rettungsschwimmer protestiert. Leider schert sich Bürgermeister Enrico Lehnemann nicht um diese Protestaktion mit Unterschriften“, so Neubauer. Es gebe vor allem viel Zuspruch von den älteren Badegästen, hieß es. Ein Bademeister müsse auch mal streng sein können, wenn jemand auf der Rutsche rückwärts rutscht und andere dabei gefährde.

Auch Beetzendorfs Ratsherr Jürgen Benecke meldete sich zu Wort: „Ich denke weiterhin, die Misere lag insgesamt an der fehlenden Kommunikation von beiden Seiten. Frank Hallensleben kann den Bürgermeister nicht in aller Öffentlichkeit beleidigen. Der ist der Hausherr des Stölpenbades“, argumentiert Benecke. Und weiter: „Auf der anderen Seite stellt man nicht, ohne vorher miteinander gesprochen zu haben, das Wasser für die Rutsche an, damit die Tochter diese nutzen kann. Auch bei der Wasserentnahme für Gemeindezwecke hätte ein kleines Wort untereinander gereicht, ob Hausherr oder nicht. Eine Anzeige wegen 800 Liter Wasser aus dem Brunnen der Badeanstalt ist großer Kokolores“, so der Beetzendorfer.

Er hält jedoch die Neuausrichtung nach dem Beispiel Dähre für schwierig. „Voll auf das Ehrenamt zu setzen, wo es noch nicht einmal einen ortsansässigen Förderverein gibt, dürfte innerhalb eines halben Jahres schwierig werden. Auf lange Sicht ist das aber der richtige Weg, denn finanziell werden wir den jetzigen Beitrag nicht stemmen können“, betont Benecke.

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