VG handelt, um Löschwasserversorgung auch in Zukunft abzusichern

Beetzendorf: Tiefbrunnen statt Löschteichen

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Die Sanierung des Feuerlöschteichs in Valfitz ist abgeschlossen. Rund 15 000 Euro Kosten sind laut VG-Bürgermeister Michael Olms dafür angefallen, allein 12 000 Euro für eine neue Folie. Um auch in Zukunft die Löschwasserversorgung der Feuerwehren abzusichern, will die VG Beetzendorf-Diesdorf verstärkt auf Tiefbrunnen setzen.

Beetzendorf – Die Folgen des Klimawandels sind bereits jetzt in vielen Lebensbereichen zu spüren.

Von ausbleibenden Niederschlägen und anhaltender Trockenheit sind auch die Feuerwehren betroffen: Die zuverlässige Versorgung mit Löschwasser wird immer schwieriger, je weiter die Grundwasserstände und die Pegel der fließenden Gewässer absinken. Einige Löschteiche und Brunnen führen inzwischen kaum noch Wasser.

Um auch in den nächsten Jahren und Jahrzehnten die Versorgung mit Löschwasser sicherzustellen, setzt die Verbandsgemeinde (VG) Beetzendorf-Diesdorf verstärkt auf Tiefbrunnen. „Die Zukunft wird in Tiefbrunnen liegen“, sagte VG-Bürgermeister Michael Olms während der jüngsten Ratssitzung am Mittwochabend.

Es gebe drei Möglichkeiten der Versorgung mit Löschwasser, erklärte Olms auf AZ-Nachfrage: Löschbrunnen, Tiefbrunnen und Löschteiche. Löschbrunnen kosten laut Olms zwar nur 4000 bis 5000 Euro, würden aber infolge der sinkenden Grundwasserstände keine Sicherheit mehr bieten.

Löschteiche sind mit 40 000 bis 90 000 Euro nicht nur viel teurer, sie haben nach Aussage des VG-Bürgermeisters noch weitere Nachteile. Unter anderem müsse das Wasser immer wieder nachgefüllt und Schlamm und Unkraut entfernt werden. Es gebe einen sehr großen Pflegeaufwand bei Löschteichen.

Dagegen würden Tiefbrunnen viele Vorteile bieten. Olms: „Die Kosten liegen bei 25 000 bis 30 000 Euro. Es gibt auch kaum Folgekosten, zudem steht ein unbegrenzter Löschwasservorrat zur Verfügung.“

Noch in diesem Jahr sollen Hanum und Jübar einen Tiefbrunnen erhalten, kündigte Olms im Verbandsgemeinderat an.

Ratsherr Daniel Rieck sagte, man wolle schauen, wo es im Zusammenhang mit der Landwirtschaft bereits Tiefbrunnen gebe: „Dadurch müssen wir nicht überall nach Wasser bohren und können Kosten sparen.“

Ratsmitglied Günter Serien fragte, ob nicht die Leitungen des Wasserwerks in Siedenlangenbeck genutzt werden könnten. Denn dort handele es sich ja um noch nicht aufbereitetes Trinkwasser, sozusagen Rohwasser.

„Wir können einen Antrag stellen“, entgegnete Michael Olms, „aber wir haben schon einmal beantragt, 40 Kubikmeter für Übungszwecke zu entnehmen, und das wurde uns nicht genehmigt.“

VON CHRISTIAN REUTER

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