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Beetzendorf soll neues Gerätehaus erhalten

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Von: Christian Reuter

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Feuerwehrgerätehaus in Beetzendorf
Das Feuerwehrgerätehaus in Beetzendorf entspricht nicht mehr heutigen DIN-Normen. Deshalb soll ein neues Gerätehaus errichtet werden. Der VG-Ordnungs- und Feuerschutzausschuss sprach sich mehrheitlich dafür aus. © AZ-Archiv / Kai Zuber

Die Freiwillige Feuerwehr in Beetzendorf soll ein neues Gerätehaus bekommen. Dafür hat sich der Ordnungs- und Feuerschutzausschuss der Verbandsgemeinde (VG) Beetzendorf-Diesdorf während seiner jüngsten Sitzung am Dienstag, 22. März, mehrheitlich ausgesprochen. Die Entscheidung fiel für Beetzendorf aus, weil dort die Aussicht auf Fördermittel am größten sei, hieß es.

Beetzendorf. Kuhfeldes Bürgermeister Günther Serien hatte Anfang Februar einen Antrag für den Neubau eines Feuerwehrhauses in der Gemeinde gestellt, informierte der Ausschussvorsitzende Daniel Rieck. „Momentan nutzen die Kameraden eine Garage, die sie sich aber mit unserem Gemeindearbeiter teilen müssen, der dort seine Arbeitsgeräte unterstellt“, hatte Serien bereits im Januar im Gemeinderat erklärt.

Im Ordnungs- und Feuerschutzausschuss am Dienstag begründete er den Antrag auch mit der besonderen Lage der Gemeinde durch die Bundesstraße 248 und den angrenzenden Ferchauer Forst.

VG-Wehrleiter Ronny Runge wies darauf hin, dass die VG-Wehrleitung laut der Risikoanalyse den Neubau eines Feuerwehrgerätehauses in Beetzendorf favorisiere. Daniel Rieck erinnerte daran, dass bisher in drei Orten neue Gerätehäuser geplant sind: Bonese (ab 2023), Wallstawe (2028) und Beetzendorf (2025). Allerdings gebe es eine Punktetabelle für eine Förderung der Vorhaben. Dies erläuterte VG-Bauamtsleiter Markus Starck näher: „Man guckt auf die Einsatzstärke der Wehr in der Zeit von 6 bis 18 Uhr, den Zustand des bisherigen Gerätehauses und weitere Kriterien. Wer landesweit die meisten Punkte bekommt, erhält dann auch eine Förderung.“

In ganz Sachsen-Anhalt gebe es bis 2025 aber nur rund 9,6 Millionen Euro an Fördermitteln, daher sei die Wahrscheinlichkeit gering, dass die Verbandsgemeinde auch nur ein Gerätehaus gefördert bekomme, verdeutlichte Starck. Bei vier bis fünf Fahrzeugstellplätzen koste der Neubau eines Gerätehauses insgesamt etwa 2,5 Millionen Euro, wobei der Eigenanteil der VG rund 1,5 Millionen Euro betrage. Kuhfelde sei gar nicht in der Risikoanalyse verankert und käme daher nicht für eine Förderung infrage, so Starck.

Günther Serien zog dann seinen Antrag für einen Neubau in Kuhfelde zurück, sprach sich allerdings dafür aus, dass Bonese ein neues Gerätehaus erhalte. Das sah zumindest noch ein weiteres Ausschussmitglied genauso. Aber Daniel Rieck betonte: „Ich halte es nicht für clever, für ein Gerätehaus, für das es womöglich keine Förderung gibt, einen Antrag zu stellen.“ Wenn die Fachleute aus der VG-Wehrleitung schon der Meinung seien, dass Beetzendorf die besseren Chancen auf Förderung habe, dann sollte man das aufnehmen.

Auf die Frage eines Ausschussmitglieds, wie viele Punkte denn Beetzendorf und wie viele Bonese erhalten würden, sagte Starck: „Zahlen kann ich jetzt nicht nennen.“ Stattdessen nannte Rieck die Zahlen, die er schon einen Tag vor der Sitzung erfahren habe: Demnach käme Bonese auf Punkte „hoch in den 60ern und bei Beetzendorf waren es über 100“.

Daraufhin stellte Rieck die Vorhaben in den beiden Orten zur Abstimmung. Für einen Gerätehausneubau in Bonese votierten zwei Ausschussmitglieder, für Beetzendorf vier bei einer Enthaltung. „Wir empfehlen einen Ersatzneubau in Beetzendorf“, brachte Daniel Rieck das Ergebnis der Abstimmung auf den Punkt.

Beetzendorfs Vizebürgermeister Dietmar Sommer sicherte zu, dass die Gemeinde für das Bauvorhaben eine voll erschlossene Fläche zur Verfügung stelle. In Frage kämen ein Areal am ehemaligen Kulturhaus, „da sind wir in Verkaufsverhandlungen“, oder als Alternative eine Fläche am Autohaus Schulz.

Ob Beetzendorf tatsächlich ein neues Feuerwehrgerätehaus bekommen soll, darüber stimmt am 30. März der Verbandsgemeinderat ab. Die Zeit drängt, denn laut Markus Starck muss der Antrag beim ALFF (Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten Altmark) bis zum 31. März eingegangen sein, wenn es noch eine Förderung für das Jahr 2022 geben soll.

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