Neue Eigentümer des alten Ritterguts beginnen mit Sanierung

Beetzendorf: „Ein Swingerclub muss sich rechnen“

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Ramona Wild und Oliver Körtner vor dem Herrenhaus am Beetzendorfer Park. Das Paar hat das alte Rittergut gekauft und will die Gebäude sanieren und wieder ein Hotel und eine Gaststätte betreiben.

Beetzendorf – In Beetzendorf haben die Sanierungsarbeiten am ehemaligen Schulenburgschen Herrenhaus-Komplex begonnen. Oliver Körtner und seine Partnerin Ramona Wild hatten das alte Rittergut Anfang April vom Land gekauft (AZ berichtete).

Zum Anwesen gehören ein 12 000 Quadratmeter großes Grundstück mit einer Wohn- und Nutzfläche von 4500 Quadratmetern (einschließlich Kellern und weiteren Räumen), teilte Oliver Körtner im Gespräch mit der AZ mit.

Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin will der Unternehmensberater aus Celle die Gebäude sanieren, „viel Geld reinstecken“. Mindestens ein Jahr werde das dauern, ergänzte Wild.

„Wir wollen so viel wie möglich selbst machen, etwa das Entrümpeln und teilweise auch die Malerarbeiten“, sagte Körtner. Nur die speziellen Bauarbeiten würden von Fachfirmen ausgeführt, die zu 90 Prozent aus der Region kämen.

Unter anderem müssten in allen Gebäuden die Heizungen erneuert, Stromleitungen verlegt und auch der Saalfußboden gemacht werden. „Im Herrenhaus war das Dach kaputt, das acht Quadratmeter große Loch ist schon repariert“, berichtete Körtner. Auch einen Wasserrohrbruch habe es im Keller des Herrenhauses gegeben, die Folgen müssten nun beseitigt werden. „Überraschungen gibt es genügend“, erklärte der 49-Jährige. Die Bausubstanz an sich sei aber noch in Ordnung, fügte seine Partnerin hinzu. Und: „Das ist ein Objekt, an das man mit Herzblut herangehen muss. Ich mag den Charme der alten Gebäude.“

Das Paar aus Celle beabsichtigt, im ehemaligen Beverhotel, das bis 2017 Gäste empfing, wieder ein Hotel und eine Gaststätte zu betreiben. In welcher Größe, mit wie vielen Zimmern, sei noch nicht klar. Dazu sei es derzeit noch zu früh, erklärte Wild, die 20 Jahre Erfahrung in der Hotelbranche mitbringt.

Und was ist dran an den Überlegungen zu einem Swingerclub, der in Beetzendorf schon für viel Gesprächsstoff gesorgt hatte? „Ein Swingertreff muss sich betriebswirtschaftlich rechnen“, sagte Oliver Körtner. Ob ein solches Etablissement tatsächlich im alten Rittergut entstehen werde, wolle das Investorenpaar davon abhängig machen, wie gut die anderen Angebote, also Hotel und Gaststätte bzw. Saal von den Beetzendorfern genutzt werden. Wenn dort die Auslastung da sei, sei ein Swingerclub nicht mehr unbedingt erforderlich. Man müsse sich aber alle Optionen offenhalten. „Wir tun ja nichts Böses, zwingen niemanden zu etwas. Ein Swingertreff ist doch kein Puff“, so Wild.

Sie und ihr Partner fühlten sich im Ort gut aufgenommen. „Die Leute sind freundlich, offen. Wir sind auch für alle Gespräche offen. Jeder ist herzlich willkommen.“

VON CHRISTIAN REUTER

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