Hauptausschuss beschäftigt sich mit Friedhofsgebührensatzung

Beetzendorf: 15.000 Euro für ungepflegte Gräber

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Auf dem Friedhof in Stapen sind bereits einige ungepflegte Gräber zu finden. Diese sollen nun eingeebnet werden, war während der jüngsten Hauptausschusssitzung der Gemeinde Beetzendorf zu erfahren.

Beetzendorf – Die Friedhofsgebührensatzung der Gemeinde Beetzendorf war Thema der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses am Donnerstagabend.

Friedhofsgebühren beinhalten die Grabkosten (auch Grabnutzungsgebühren genannt) und die Beisetzungsgebühren.

Die Grabkosten sind für die Nutzung des Grabes zu zahlen, das den Angehörigen für eine bestimmte Zeitperiode, die Ruhezeit, überlassen wird. Die Beisetzungsgebühren werden für das Bereitstellen eines Grabes gezahlt. Dies beinhaltet das Öffnen der Grabstelle und das Auskleiden des Grabes mit Matten oder Grün zur Beisetzung. Weiterhin gehört auch das Schließen und Einebnen der Grabstelle zu den Leistungen, die mit den Beisetzungsgebühren abgegolten werden (www.bestattungen.de).

„Manche Bürger wollen die Friedhofsgebühren von 15 Euro jährlich für 30 Jahre im Voraus bezahlen“, sagte Beetzendorfs Bürgermeister Lothar Köppe im Hauptausschuss. In seiner Amtszeit sei dies auch schon mehrmals erfolgt, die Fälle könne man aber an einer Hand abzählen. In Zukunft könnte es allerdings öfter solche Anfragen geben.

Vorteil der Gebührenvorauszahlung: „Wir haben die Gebühren sofort und können damit arbeiten.“ Der Nachteil sei, dass es manchmal Gebührenänderungen gebe, „und im Nachhinein können wir da nichts mehr machen“, erklärte Lothar Köppe. Außerdem könnten Bürger umziehen und seien dann für die Verwaltung nicht mehr erreichbar.

Vize-Bürgermeister Dietmar Sommer sprach sich für eine Vorauszahlung aus: „Es sind doch öfters ältere Menschen, die wollen das schon vor ihrem Tod geregelt haben, damit ihre Erben nichts mehr damit zu tun haben.“ Die Einmalzahlung sollte möglich sein, vorbehaltlich einer Nachzahlung durch die Erben, falls es später höhere Gebühren gebe.

Es ging aber in der Hauptausschusssitzung nicht nur um Vorauszahlungen. „Wir haben die Aufgabe, die Friedhofsgebührensatzung anzupassen. Es gibt gepflegte und ungepflegte Gräber, die dann nachträglich gepflegt werden müssen“, erläuterte der Bürgermeister. In den Haushalt für dieses Jahr seien dafür 15 000 Euro eingestellt worden. „Ich habe heute zwei Aufträge an Firmen vergeben, um ungepflegte Gräber auf den Friedhöfen in Stapen und in Beetzendorf einzuebnen. 9000 Euro müssen wir dafür ausgeben“, sagte Lothar Köppe am Donnerstag.

Pro Grab koste das Einebnen 150 bis 500 Euro, je nach Größe und Ausstattung der Grabanlage. Wenn die Verwaltung niemanden mehr finde, der sich um das Grab kümmert, bleibe nichts anderes übrig, als es glatt zu machen.

Am Ende der Beratung schlug der Bürgermeister vor, bei den Friedhofsgebühren erst einmal alles beim Alten zu belassen. Dietmar Sommer plädierte dafür, das Thema Vorauszahlung zurückzustellen „und uns dann damit zu beschäftigen, wenn wir sowieso die Friedhofsgebührensatzung ändern, was Zustimmung im Ausschuss fand.

VON CHRISTIAN REUTER

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