Thema im Gemeinderat von Apenburg-Winterfeld

Baumschnitt in Hagen: „Sieht aus wie ein Horrorfilm“

Etwa ein Dutzend Lindenbäume wurden kürzlich an der Ortsdurchfahrt in Hagen beschnitten.
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Etwa ein Dutzend Lindenbäume wurden kürzlich an der Ortsdurchfahrt in Hagen beschnitten.

Apenburg – In Hagen waren vor Kurzem Linden- und Weidenbäume sowie Hecken beschnitten worden, was viele Bürger verärgert.

Sie empfinden den Rückschnitt als zu radikal, die Untere Naturschutzbehörde hatte ihn als „unsachgerecht“ bezeichnet, was die Lindenbäume betrifft (AZ berichtete).

Der Baumschnitt in Hagen wurde auch während der Gemeinderatssitzung des Fleckens Apenburg-Winterfeld am Dienstagabend diskutiert. Günter Schröder, Vorsitzender des Imkervereins „Eintracht“ 1886 Beetzendorf und Umgebung, sprach das Thema in der Einwohnerfragestunde an: „Überall werden Bäume verschandelt, das ist keine Baumpflege, sondern Baumfrevel. Es sieht aus wie in einem Horrorfilm!“

Ein „massakrierter Baum“ könne kaum noch etwas zur Klimaverbessung beitragen. Insekten seien oft vergeblich auf der Suche nach einem Unterschlupf. Und dies sage er nicht nur, weil er sich als Imker mit Bienen beschäftige, so Schröder. Das traditionelle Zurückschneiden der Kopflinden sei für ihn nicht mehr zeitgemäß. „Die Gemeinde soll festlegen, was bei Baumpflegemaßnahmen zu tun und zu lassen ist“, forderte Günter Schröder.

„Ein paar Dinge sind nicht so schön gelaufen, wie wir und das vorgestellt haben“, räumte Bürgermeisterin Ninett Schneider ein. Über das Wie könne man sich unterhalten, meinte sie bezogen auf die Weidenbäume. Was die Linden angeht: Da habe sich jemand bürgerschaftlich eingebracht und die Bäume beschnitten. „Das werten wir gerade intern aus“, erklärte die Bürgermeisterin. Und verwies darauf, dass am heutigen Freitag ab 19.30 Uhr im Hotel „Siebeneichen“ in Salzwedel eine öffentliche Versammlung der Bürgerinitiative (BI) „Pro Baum“ zum Thema Kopflinden stattfindet.

Sie sei auch kein Freund der Kopflinden, sagte Schneider. Das Problem sei, dass Bäume, die einmal zu einem Kopfbaum beschnitten wurden, nur schwer wieder in eine andere Form gebracht werden könnten. Die Weidenbäume seien vor dem Rückschnitt angeschaut und die Pflegemaßnahme bewilligt worden. Auch Ratsherr Detlef Jürges äußerte sich zum Thema Baumschnitt: „Die Bürger in Hagen hatten sich in den 90er Jahren entschieden, dass Kopflinden gepflanzt werden. Und die Hecke, die beschnitten wurde, war schon auf die Straße gewachsen, die musste weg.“ Da sei jahrelang nichts passiert. Nun sei mal etwas gemacht worden, und jetzt habe man auch wieder für längere Zeit Ruhe.

Probleme gebe es mit schief stehenden Bäumen am Lindenwall in Apenburg, sagte Sven Schüler. Bevor dort etwas unternommen werde, müsse erst ein Gutachten aus naturschutzrechtlicher Sicht eingeholt werden, betonte Ninett Schneider. Und sie wolle sich dafür einsetzen, dass die Gemeindearbeiter noch mal an einem Kurs zum Baumschnitt (aber keine Obstbäume) teilnehmen.

VON CHRISTIAN REUTER

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