Vom flachen Land bis zur hohen See

Bass-Solosänger Bernd Stolle aus Saalfeld brennt für sein Lieblingshobby

Chor
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Bass-Solosänger Bernd Stolle (68, vorn) aus Saalfeld in seinem Element: Bei den Jeetzesängern des Salzwedeler Shanty-Chores hat er musikalisch ein neues Zuhause gefunden.
  • VonKai Zuber
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Auch wenn es in der Altmark bekanntlich keine „hohe See“, sondern nur flaches Land gibt, finden Seemannslieder beim Publikum großen Anklang. Bass-Solosänger Bernd Stolle aus Saalfeld brennt für sein Lieblingshobby: „Früher war ich fast drei Jahrzehnte Mitglied beim Kuhfelder Männerchor, doch nach dessen Auflösung vor einigen Jahren wollte ich weiter singen, und so kam ich zu den Jeetzesängern des Shanty-Chores“, erzählt der 68-jährige Rentner, der als zweiter Bass seine gewaltige Stimme in die Runde schmettert.

Saalfeld. Der gebürtige Saalfelder hat vor etwa drei Jahren bei den „Jeetzesängern“ ein neues musikalisches Zuhause gefunden. Insgesamt vier Solosänger hat das rund 30-köpfige Ensemble.

„Viele von uns haben tolle Stimmen, ich möchte da nichts Besonderes sein oder gar im Mittelpunkt stehen. Wir wechseln uns stimmlich immer ab, sodass jeder mal an der Reihe ist“, sagt der bescheidene Altmärker.

Zu 99 Prozent werden nur Seemannslieder gesungen. Das „Altmarklied“ ist da eher eine Ausnahme. Die Seemannslieder sind in der Altmark etwas Besonderes – anders vielleicht als an der Ostseeküste.

Wenn der Shanty-Chor anstimmt, wie kürzlich in Beetzendorf auf Einladung des Tangelner Pferdesport-Urgesteins Bruno Gericke, dann ist das Publikum begeistert. Ein Leben ohne Gesang und Musik kann sich auch Bernd Stolle nicht vorstellen.

Früher war der Saalfelder erst Maurer, dann Polizist, LPG-Mitarbeiter und später privater Landwirt in einer GbR.

Geblieben ist über diese lange Zeit die Liebe zum Lied. „Im vergangenen Jahr war Ebbe wegen Corona, danach haben wir uns vom Chor zur Probe in meinem Garten in Saalfeld getroffen“, berichtet der rüstige Senior.

Wenn die Jeetze-Sänger gut drauf sind, bebt der Saal: „Einmal haben wir bei einem Auftritt zum Spargelfest sogar das Helene-Fischer-Double in den Schatten gestellt. Die wollte nach unserem Konzert kaum noch einer hören“, lacht Stolle.

Dann wirbt er für seinen Chor: „Wir brauchen dringend Nachwuchs. Wer mitmachen will, kann sich jederzeit melden“, sagt der stimmgewaltige Saalfelder.

Wenn Bernd Stolle einmal nicht gesanglich um das berühmte Kap Hoorn segelt, schwärmt er für Bass-Sänger wie Heino oder Ronny Roloff. „Sein Lied von den hohen Tannen ist mein absoluter Liebling, auch wenn es kein Seemannslied ist“, schwärmt der Altmärker.

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