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Bandauer Kulturverein präsentiert Film zum Nachdenken über eigenes Ich

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Von: Arno Zähringer

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Filmplakat
So sieht das Filmplakat zu dem 30-minütigen Film „Die Wahl – Abflug & Landung“ aus. © Privat / Kulturgut Bandau

Seit nicht ganz einem Jahr besteht der Verein KulturGut am alten Bahnhof in Bandau. Zwar wurde die Truppe – wie viele andere Kulturtreibende auch – von den Folgen der Corona-Pandemie ausgebremst, doch ein größeres Projekt konnte inzwischen nicht nur umgesetzt, sondern auch veröffentlicht werden – ein knapp 30 Minuten dauernder Film mit dem Titel „Die Wahl – Abflug & Landung“.

Bandau. Das Projekt wurde unterstützt von der Investitionsbank Sachsen-Anhalt durch das Förderprogramm „Kultur ans Netz“. Tatkräftig mitgeholfen hat auch der Offene Kanal Salzwedel (OKS), der den Film auch im Rahmen seines Programms zeigt. Zu sehen ist der Streifen übrigens am kommenden Sonntag, 20. Februar, um 2.57 und um 20.40 Uhr. Der OKS wurde im Oktober 1997 gegründet. Seine Mitglieder unterstützen den Offenen Kanal unter anderem durch aktive Mitarbeit bei der Produktion von Fernsehbeiträgen.

Die Idee zum Film „Die Wahl – Abflug & Landung“ hatten Silke Tinsner und Ralf Pawlik. Hintergrund war die Installation Pawliks „Die Wahl“. Sie zeigt in 13 Bildern den Entwicklungsprozess eines Individuums. Darin werden Eingrenzung, Enge, Problemlösung durch Neuausrichtung sowie Entscheidungskompetenzen angesprochen und bildlich umgesetzt. Dabei wird das notwendige Loslassen von Komfortsituationen im Zusammenspiel mit Zugewinn an Bewegungsmöglichkeit deutlich. „Begrenzung wird in den meisten Fällen durch uns selbst geschaffen. Denn nicht selten überlassen wir aus Bequemlichkeit anderen unsere Entscheidungen, um dann im Nachgang Benachteiligung zu monieren“, fasst Pawlik im Gespräch mit der AZ zusammen.

Mensch
Silke Tinsner, zuständig für Schauspiel und Pantomime. © Zähringer, Arno

Von diesem Hintergrund ausgehend, wurde das Verlangen, die Übergänge von einem Bild zum anderen zu beleben, immer größer. Ausgestattet mit einer breiten Palette von Möglichkeiten bis hin zu der tatsächlichen Entscheidung. Das Individuum bekommt damit die Chance, seine Entscheidung neu zu treffen und den Prozess dorthin sichtbar werden zu lassen. Die Künstlerin Silke Tinsner schlüpft in die Rolle dieser Figur, der Zuschauer ist eingeladen, das Für und Wider zu begleiten.

Dabei spart der Film nicht mit Überblendungen. Er spielt mit Symbolik, regt somit zum Nachdenken an – auch über das eigene Ich. Der Film bietet reichlich Möglichkeiten, das eigene Tun zu überdenken, sich mit den Sinnfragen des Lebens zu beschäftigen. Dabei werden die Antworten darauf bei den Betrachtern unterschiedliche Reaktionen hervorrufen.

Mensch
Ralf Pawlik kümmerte sich um Kamera und Schnitt. © Zähringer, Arno

Entscheidend tragen dazu nicht nur das Schau- und Maskenspiel Silke Tinsners bei, sondern auch die Musik von Oliver Lecoeurs. Aber auch die verwendeten Stilmittel wie freie Improvisation, Pantomime, Slapstick, Installation, Filmsequenzen, Trickkiste und Lichtinstallation. Den 13 Bildern der Installation wurden zwölf Zwischenräume (Solo-Szenen) hinzugefügt. „Die filmische Ebene hat hier nicht nur die Funktion der Dokumentation, sondern ebenso eine künstlerische Aufgabe. Sie fungiert als Bühne und Spielpartner. Sie ist das allgegenwärtige Gedächtnis“, fassen Pawlik, der aus der Uckermark stammt, und Tinsner zusammen. Das Ziel eines spartenübergreifenden Zusammenspiels künstlerischer Auseinandersetzung mit den Fragen der Gegenwart erreichen die Protagonisten auf eindrucksvolle Weise.

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