Wegweiser zum Hünengrab

Avacon verziert Winterfelder Trafohäuschen

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Über die Einweihung mit Apenburg-Winterfelds Bürgermeisterin Ninett Schneider (2.v.r.) freute sich auch Avacon-Kommunalbeauftragter Andreas Forke (r).

Winterfeld – Farbkünstler der besonderen Art waren in den vergangenen Tagen in Winterfeld unweit der Kirche am Werk. „Hier entlang geht’s zum Großsteingrab“, scheint der neue farbige Wegweiser in der Ortsmitte den Touristen oder Ausflüglern zu sagen.

Ein modernes Gemälde ist auf einem tristen grauen Trafokasten entstanden: Der Energieversorger Avacon verzierte das Winterfelder Trafohäuschen, so wie es bereits zuvor in vielen anderen Orten der Altmark erfolgt war.

Immer stand dabei ein Bildmotiv im Vordergrund, was lokalen Bezug zu einer Besonderheit in der näheren Umgebung hat. In Winterfeld war und ist es das Hünen- oder Großsteingrab zwischen Kirche und Pfarrhaus. Gestaltet haben das Bild Daniel Siring und Jonas Radtke aus Potsdam. „Wir haben mit dem Projekt als Kommune zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Ein trister Kasten wurde zu einem schmucken Hingucker und wir haben gleichzeitig einen Wegweiser für unser versteckt gelegenes Hünengrab als Sehenswürdigkeit“, betonte Ortschefin Ninett Schneider.

Hünengrab Winterfeld: Das ansehnliche Großsteingrab war laut dem Apenburger Heimatforscher Günter Schröder ursprünglich nahezu 60 Meter lang.

Historischer Hintergrund: Das ansehnliche Großsteingrab in Winterfeld war laut dem Apenburger Heimatforscher Günter Schröder ursprünglich nahezu 60 Meter lang. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der östliche Teil aufgrund eines Übereinkommens zwischen dem damals amtierenden Pfarrer Radicke und dem Besitzer des Nachbargrundstücks abgebaut. Der Bauer erhielt zehn Umfassungssteine und das entsprechende Gelände für die Zustimmung zu einer Heirat. Solche Megalithgräber wurden vor etwa 4.300 bis 4.800 Jahren von der bäuerlichen Bevölkerung errichtet, die sesshaft war und in bescheidenem Maße Ackerbau betrieb.

Mehrere Tote einer Familie wurden in einem Grab beigesetzt. Die Winterfelder Begräbniskammer ist durch einen Gang von der Seite zu erreichen. Nach der Verkleinerung im 19. Jahrhundert stehen jetzt noch 15 Kammer- und 17 Wächtersteine der äußeren Einfassung des ursprünglichen Grabhügels. 1843 gab es in der Altmark nach Blick in die Grabkammer Untersuchungen Danneils noch 207 solcher Hünengräber. Allerdings gingen viele dieser historischen Zeugnisse verloren, die bäuerliche Bevölkerung zerschlug die Steine und verwendete die Brocken unter anderem zum Hausbau.

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