Bärenstarker Faseloom-Umzug in Dahrendorf / Volle Kiepe für den Eierback

Außerirdische gelandet

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Unberechenbar: Der quirlige Bär musste während des Umzugs vom Doktor Rüdiger Striecks des Öfteren mit gehörigen Portionen eines selbst gebrauten Wundertranks wiederbelebt werden.

Dahrendorf. „Ja, sie sind hier gelandet und haben bereits das ganze Gelände in ihren Besitz genommen“, berichtet „Andreas von Dahrendorf“ aufgeregt. Seinen richtigen Namen wollte er lieber nicht verraten.

Wohl aus Furcht, man würde ihn verspotten, weil er genau beobachtet hat, wie eine silberne Rakete unweit des Dorfgemeinschaftshauses gelandet sei, der kleine grüne Marsmännchen entstiegen. Mit solcherlei Gaudi setzte der nunmehr 19. Faseloom-Umzug im kleinen Dährer Ortsteil Dahrendorf wieder einmal Maßstäbe.

In diesem Jahr mimte Jan Nonnast den „Meister Petz“, und er machte seine Sache im ausgeliehenen Bärenkostüm des Theaters der Altmark hervorragend. Außer Rand und Band war nicht nur das ganze Dorf, sondern auch der Bär an der Kette ließ sich kaum bremsen. Doktor Rüdiger Striecks musste ihn wiederbeleben. Denn der Bär sollte ja mit den Hausherrinnen des Ortes tanzen.

Der ganze Umzug war ein Riesenspaß – eine „bärenstarke Nummer“, wie viele Dahrendorfer meinten. An der Spitze klingelte eine bunte Narrenmeute aus kostümierten Sträflingen, Indianern Squaws, Chefköchen, Kaufleuten, Prinzessinnen, Geistern und Außerirdischen die Dahrendorfer aus ihren Häusern. Ihnen folgte Wilfried Dierks mit seinem Rasentraktor samt Stärkung. Für die Außerirdischen wurde passend das Lied „Ham’ Sie schon mal den Mann im Mond geseh’n?“ angestimmt.

Bärenführer Reinhold Gonschior hielt den Zotteligen in Schach, während der Kiepenträger an jeder Haustür die Gaben für den Eierback im Dorfgemeinschaftshaus einsammelten. Eckhardt Wernecke hatte sich diesmal in einen wohlhabenden Kaufmann verwandelt: „Anlässlich des Frauentages möchten wir vor allem unseren Damen für ihre Hilfe danken“, betonte er. Die Dahrendorfer gaben gern Zutaten für den traditionellen Eierback.

Zu DDR-Zeiten war der Faseloom-Brauch eingeschlafen. Erst nach der Wende wurde die Tradition in Dahrendorf wieder ins Leben gerufen. Unterstützt wird diese jedes Jahr auch durch die Karnevalisten aus Dähre und Umgebung.

Von Kai Zuber

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