Auch Gemeinderat positioniert sich dafür

Arztpraxis in Diesdorf: Unterschriften für neue Kinderärztin

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Im Diesdorfer Rathaus, das zu DDR-Zeiten mal ein Ärztehaus (Landambulatorium) war, könnte sofort eine Kinderärztin einziehen. Eine Ärztin wollte sich in Diesdorf niederlassen, bekam aber eine Ablehnung von der KVSA.

Diesdorf – Eine junge Diesdorfer Kinderärztin will im Ort eine eigene Praxis errichten und hat vor Monaten einen entsprechenden Antrag an die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt (KVSA) gestellt.

Kinderärztin Dr. Waltraud Behrens will ihre Praxis in Salzwedel am 30. September schließen.

„Doch dieser Antrag wurde abgelehnt“, informierte Angelika Scholz, stellvertretende Bürgermeisterin am Mittwoch während der Ratssitzung in Abbendorf. Wie sie weiter mitteilte, regt sich im Ort und in der Region gegen diese Entscheidung großer Widerstand, vor allem von vielen jungen Eltern. Wie Scholz weiter mitteilte, haben Bürger Unterschriftenlisten vorbereitet, die ab der nächsten Woche in vielen Geschäften ausliegen. „Wir sollten uns dazu positionieren“, forderte Scholz. Und der Rat positionierte sich einstimmig, diese Unterschriftenaktion zu unterstützen, damit die Kassenärztliche Vereinigung ihren Entschluss noch einmal überdenkt.

Wie bekannt wurde, werde die einzige Kinderärztin in Salzwedel ihre Praxis aus Altersgründen in wenigen Wochen schließen. Die nächste Kinderärztin in Klötze ist ebenfalls nicht mehr die Jüngste. Auch dort droht über kurz oder lang die Schließung. Eine Kinderärztin in Diesdorf wüsste genug Patienten aus den Regionen Jübar, Beetzendorf, Dähre und sogar aus Wittingen und Umgebung hinter sich. „Salzwedeler würden sicher auch nach Diesdorf fahren“, ist Angelika Scholz überzeugt.

„Wir hätten bei Bedarf sogar im Rathaus Praxisräume für die Kinderärztin.“ Bürgermeister Fritz Kloß

„Wir hätten bei Bedarf sogar im Rathaus Praxisräume für die Kinderärztin“, ergänzt Bürgermeister Fritz Kloß. Auch er könne die Praxis der Kassenärztlichen Vereinigung bei dem gegenwärtigen Ärztemangel nicht nachvollziehen.

„Da sollten Standortfragen keine Rolle spielen. Die Patienten sind doch froh über jeden Arzt, der sich in so einer strukturschwachen Region niederlassen möchte“, sagte Kloß und kündigte an, auch auf der Liste zu unterschreiben.

VON RÜDIGER LANGE

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