Der Rohrberger Holger Lingstädt erkundet Nepal zu Fuß

„Arm, aber dennoch zufriedener“

Holger Lingstädt (r.) bei seinem Vortrag in Rohrberg: „Die Menschen in Nepal aber sind arm und dennoch zufriedener.“
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Holger Lingstädt (r.) bei seinem Vortrag in Rohrberg: „Die Menschen in Nepal aber sind arm und dennoch zufriedener.“

Rohrberg – Als Altmärker vom flachen Land einmal im Leben das sogenannte „Dach der Welt“ sehen – das wollte Holger Lingstädt aus Rohrberg. Er berichtete im „Alten Bahnhof“ vor rund 100 Zuhörern über seine Trekking-Erlebnisse in Nepal.

„Der Mann traut sich was“, dachten viele seiner Zuhörer respektvoll, denn Holger Lingstädt erwähnte gleich zu Beginn seines Vortrages seine Hüftprobleme. Und dann nach Nepal in die Berge? Holger Lingstädt hat es so gewollt und wurde auf der Reise in das Land der Kontraste nicht enttäuscht. Das ehemalige Königreich mit den über 8.000 Meter hohe Bergen aus Eis im Herzen des Himalaya gehört zu den spektakulärsten Reisezielen weltweit.

Gastfreundliches Volk

Eine Vielzahl an Trekkingtouren bieten sich entlang der endlosen Bergketten an. Holger Lingstädt hat sich unweit des Annapurna-Massivs umgesehen. Nepal ist das Land der Kontraste, weil dschungelähnliche, exotische Nationalparks im Süden gibt es ebenso wie die höchsten Berge der Welt ganz im Norden. Zudem gibt es allerorts laut Holger Lingstädt zahlreiche buddhistische und hinduistische Heiligtümer zu entdecken.

Die Nepalesen selbst sind laut Lingstädt ein sehr gastfreundliches Volk, das sich aus 70 Einzelkulturen mit über 50 Sprachen oder Dialekten zusammen setzt. Dieses bunte Mosaik an Kulturen macht Nepal auch für viele deutsche Touristen so einzigartig. Annapurna-Trekking trotz der Hüftprobleme – das war schon manchmal für Holger Lingstädt eine Qual.

„Doch als ich dann endlich das Dach der Welt plötzlich nach einer längeren Bergtour vor mir im Sonnenlicht sah, wurde ich für alle meine Strapazen entschädigt“, so der Rohrberger Weltenbummler, der im „Alten Bahnhof“ auch viele Bilder seiner Reise ans Ende der Welt zeigte.

Maultiere unverzichtbar

Tausende Meter Höhenunterschied galt es für Holger Lingstädt, die Träger und seine Reisebegleiter beinahe täglich zu meistern. Die Welt der Berge stand dabei im Kontrast zu den Erlebnissen in der Hauptstadt Kathmandu. „Es gibt vielerorts keine Straßen, nur Wege. Fast alles muss mithilfe von Maultieren transportiert werden“, berichtet der Altmärker. Manche Kinder haben einen Schulweg von fünf Kilometern und mehr und machen dennoch einen glücklichen Eindruck, beschreibt der Referent.

Holger Lingstädt beendete seinen Vortrag, indem er seine Zuhörer zum Nachdenken anregt: „Wir haben hier in Deutschland so viel Luxus, den einige Menschen offenbar trotzdem nicht zu schätzen wissen. Die Menschen in Nepal aber sind arm und dennoch zufriedener.“

VON KAI ZUBER

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