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Apenburger Landwirt fordert andere Besteuerung von Solaranlagen auf Ackerflächen

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Von: Christian Reuter

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Paul-Werner von der Schulenburg (l.) zeigte dem Bundestagsabgeordneten Marcus Faber seinen Agrarbetrieb in Apenburg. Rechts im Bild: Betriebsleiter Moritz Warlich. Der Landwirt will, dass Einkünfte aus Solaranlagen nicht mehr als Gewerbeeinnahmen, sondern als Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft besteuert werden. © Christian Reuter

Paul-Werner von der Schulenburg will auf seinen Ackerflächen in Apenburg eine Solaranlage errichten lassen. Doch bisher wird das Betreiben solcher Anlagen als Gewerbe angesehen, was den Landwirt ärgert. Er fordert, dass die aus Solarparks auf Ackerflächen gewonnene Energie als Einnahme aus Land- und Forstwirtschaft besteuert wird.

Apenburg - Unterstützung erhofft sich von der Schulenburg aus der Politik, weshalb er den Stendaler Bundestagsabgeordneten Marcus Faber zu einem Besuch seines Öko-Betriebes Gut Apenburg eingeladen hatte.

Beim Gut Apenburg handelt es sich um einen traditionsreichen Familienbetrieb mit einer fast 700-jährigen Geschichte. Seit 1993 wird dort ökologische Landwirtschaft betrieben. Bei seinem kürzlichen Besuch auf dem Gut informierte sich der Bundestagsabgeordnete Marcus Faber über die aktuelle Lage der Landwirtschaft und den Ausbau der erneuerbaren Energien, speziell die Agro-Photovoltaik, also Solaranlagen auf landwirtschaftlichen Flächen.

Paul-Werner von der Schulenburg sagte, das Fraunhofer Institut habe 2021 festgestellt, dass in Deutschland nur 22 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche für die Erzeugung von Nahrungsmitteln verwendet werden. Aber 60 Prozent für Futtermittel und 14 Prozent für Energiepflanzen wie den Mais.

Auf einer Fläche von nur einem Hektar könne man mit einer Solaranlage die gleiche Energiemenge gewinnen wie aus 100 bis 130 Hektar Mais, verdeutlichte von der Schulenburg. Und betonte: „Wir sollten uns davor hüten, zu sagen, Solar nehme uns die Nahrungsmittel weg.“

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Paul-Werner von der Schulenburg (v.l.) und Betriebsleiter Moritz Warlich erklärten Marcus Faber die Anlage zum Trocknen des Getreides. © Christian Reuter

Zur in Apenburg vorgesehenen Agri-Photovoltaikanlage sagte der Landwirt, diese sei für eine Fläche von 21 Hektar beantragt worden. Geplant werde mit vertikal aufgeständerten Modulen im Abstand von 13 Metern. Die gesamte Anlage werde eine jährliche Leistung von 14.600 Mwh erzeugen, was dem Stromverbrauch von 4.000 Haushalten in einem Jahr entspreche. Nach vier Jahren sei mit einer Gewerbesteuer von 30.000 bis 40.000 Euro jährlich zu rechnen. Und mit einer Zuwendung an die Gemarkung von rund 15.000 bis 30.000 Euro.

„Sorgen Sie dafür, dass die Energie aus Solaranlagen künftig als Einnahme aus Land- und Forstwirtschaft behandelt wird“, sagte der Landwirt an Marcus Faber gewandt. Der Politiker sagte zu, das Thema zu seinen Juristen mitzunehmen.

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