Apenburger Burgfest droht das Aus

kzu Winterfeld / Apenburg. Das Apenburger Burgfest ist seit einigen Jahren ein fester Bestandteil der Regionalkultur in der westlichen Altmark. Besonders erfolgreich war das Fest im Vorjahr. Doch nun droht dieser Veranstaltung das Aus.

Hintergrund: Bislang trat die Gemeinde als Träger der Veranstaltung in Erscheinung. Gekostet hat das Fest für die Kommune kaum etwas. Dennoch wurde die energische Forderung an Hauptorganisator Andreas Schwieger laut, künftig einen Burgfestverein zu gründen, der die Trägerschaft übernehmen soll. Das war allerdings bis zur jüngsten Ratssitzung am Dienstag in Altensalzwedel nicht geschehen. Nach kontroverser Diskussion wurde das Thema prompt zur Abstimmung gestellt. Der Beschlusstext lautete sinngemäß wie folgt: Die Gemeinde möchte das Burgfest auch künftig begleiten, jedoch nur wenn die Trägerschaft in einen Verein oder Ähnlichem mündet. Diesem sollte dann allerdings die volle Unterstützung der Kommune zugesichert werden. Das Votum im Rat fiel erwartungsgemäß sehr knapp aus: Sechs Ratsmitglieder stimmten dafür, fünf dagegen. Es gab eine Enthaltung. Das Resultat fasste Bürgermeister Harald Josten zusammen: „Ab sofort übernimmt die Gemeinde nicht mehr die Trägerschaft des Burgfestes.“ Anträge, die Trägerschaft noch einmal für wenigstens ein Jahr zu verlängern, blieben an diesem Abend erfolglos.

Das Votum sei das Ergebnis eines nicht nachvollziehbaren Machtkampfes, so war am Rand ezu hören. „Gemeinde gegen Schwieger, nach dem Motto: Wir sitzen ja am längeren Hebel“, argumentierten Kritiker der Ratsentscheidung. Zu denen gehörte auch Günter Schröder. „Das jüngste Fest hat die Gemeinde keinen einzigen Euro gekostet, aber unsere Dörfer weithin bekannt gemacht. Also wenn das kein Argument ist…“, wagte der Apenburger einen letzten Versuch. Kurz darauf winkte er allerdings resigniert ab. Andreas Schwieger hatte sogar versprochen, einen eventuellen finanziellen Verlust aus eigener Tasche auszugleichen. Sein Hauptargument, keinen Verein gründen zu wollen, war die Möglichkeit des kommunalen Schadensausgleichs durch die Kommune. Im Falle einer anderen Trägerschaft wären 1850 Euro an Versicherungskosten fällig, hieß es.

Doch genau da hinkt aus Sicht von Andreas Schwieger jetzt die Argumentationskette im Rat: „Vorher verursachte das Fest nicht einen Euro an Kosten – jetzt will die Kommune plötzlich 1850 Euro zahlen, obwohl die Kassen knapp sind“, so Schwieger verblüfft. Wenn Andreas Schwieger das Handtuch wirft, ist der Fortbestand des Burgfestes ernsthaft in Gefahr. Denn: Ohne den Apenburger als Zugpferd kann sich niemand diesen kulturellen Höhepunkt vorstellen. Schwieger hat sich bis zu einer endgültigen Entscheidung erstmal Bedenkzeit ausgebeten.

Doch die Entscheidung des Gemeinderates, die Trägerschaft für die Veranstaltung nicht mehr zu übernehmen, könnte sich als teuer herausstellen.Für den Fall, dass g mit dem Burgfest der Kulturpunkt stirbt, drohte das zuständige Landesamt als Kontrollbehörde mit dem Rückzahlungsbescheid der kompletten Fördermittel aus dem Leader-Programm. Laut Andreas Schwieger sind das mindestens 110 000 Euro.

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