BI „Saubere Umwelt und Energie“ fordert Infos / Vorwurf Widerrechtliches Betreten?

Arbeiten an Erdgasförderstellen: Mit den Antworten unzufrieden

Zu den Reinigungsarbeiten an den Erdgasförderstellen Peckensen 234 (Osterwohle) und Mellin 20 (Tangeln) im Juli wandte sich die BI mit einigen Fragen an das Landesamt für Geologie und Bergwesen – und war mit den Antworten mehr als unzufrieden. Fotos: Archiv / privat
+
Zu den Reinigungsarbeiten an den Erdgasförderstellen Peckensen 234 (Osterwohle) und Mellin 20 (Tangeln) im Juli wandte sich die BI mit einigen Fragen an das Landesamt für Geologie und Bergwesen – und war mit den Antworten mehr als unzufrieden.
  • VonKatja Lüdemann
    schließen

Tangeln / Osterwohle. Tangeln / Osterwohle. „Wir haben uns mehrfach an das Landesamt für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt gewandt, denn wir haben uns Sorgen um die Arbeiten an den Erdgasförderstelle bei Tangeln gemacht“, erklärt Christfried Lenz von der Bürgerinitiative (BI) „Saubere Umwelt und Energie Altmark“.

Im Oktober machte die BI „Saubere Umwelt und Energie Altmark“ auf die Rückbaumaßnahmen in Siedentramm aufmerksam.

Im Juli wurden die Förderstellen Peckensen 234 (Osterwohle) und Mellin 20 (Tangeln, AZ berichtete) durch eine Tochtergesellschaft der Engie E&P Deutschland gereinigt. Für Christfried Lenz stand im Vordergrund zu klären, ob während der Reinigung unverbranntes Erdgas entweichen konnte. „Uns fiel auf, dass an der Düse der Fackel zwar ein Zündfunke, aber keine Flamme zu sehen war“, so Lenz. Außerdem seien die Anwohner durch die Tanklaster irritiert und besorgt. „Vom Landesamt kam eine Antwort, allerdings erst gut einen Monat später. Und die fiel mehr als knapp aus“, informierte Lenz. „Ihre Fragen wurden bei dieser Befahrung berücksichtigt und in den Besprechungen mit den Unternehmen thematisiert. In diesem Zusammenhang kann ich Ihnen mitteilen, dass die Fackelanlage einschließlich der Filter ordnungsgemäß betrieben wurde“, heißt es in der Antwort des Landesamtes für Geologie und Bergwesen (LAGB).

Für die BI‘ler keine ausreichende Beantwortung ihrer Fragen. „Also haben wir uns im August wieder an die zuständigen Behörden gewandt“, erzählt Lenz. Erst Ende November erhielten sie Antworten. So wird beim Verbrennen von Erdgas eine Pilotflamme gezündet. „Sobald ein zündfähiges Gemisch entsteht, wird es verbrannt“, heißt es in der Mail aus dem LAGB. Weiterhin sei dort technologisch bedingt eine größere Menge an Stickstoff über die Fackel abgelassen worden.

Auch auf die Lkw nimmt das Landesamt Bezug: „In den Tanklastern wurden unter anderem Stickstoff antransportiert sowie die erforderlichen Arbeits-, Reinigungs- und Spülflüssigkeiten an- und abtransportiert.“ Weiterhin weist das LAGB darauf hin, dass Stickstoff und die Arbeitsflüssigkeiten keine Gefahrgüter darstellen und dementsprechend nicht beschilderungspflichtig seien.

Die, in den Augen der BI´ler ungesicherte Erdgasfördersonde zwischen Siedentramm und Poppau (AZ berichtete, 5. Oktober), fiel ebenfalls negativ auf. Dort lagerten, laut BI, unter anderem Erdgasrohre, die radioaktiv belastet seien sollten. Eigene Messungen der Bürgerinitiative ergaben erhöhte Werte von rund 9,6 Mikrosievert pro Stunde. Nach Angaben des Bundesamtes für Strahlenschutz liegt die radioaktive Belastung aber durchschnittlich 0,07 Mikrosievert pro Stunde.

„Die Betriebsflächen, auf denen die Rückbauarbeiten stattfinden, sind in der Regel zum Zeitpunkt der Tiefbauarbeiten nicht mehr eingezäunt, aber mit Beschilderung ‘Baustelle! Betreten verboten‘ gegen Zutritt versehen“, so die Antwort des LAGB. Und weist darauf hin, dass „der Zugang aus Sicht des LAGB nur durch unbefugtes Betreten des Betriebsgeländes möglich“ war.

Von Katja Lüdemann

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare