Anlieger kritisieren geplanten Ausbau von Waldwegen bei Siedengrieben

„Das wäre ein Frevel“

Forstweg von Siedengrieben nach Poppau
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An der L 11 vor Siedengrieben beginnt ein Forstweg, der nach Poppau führt. Anlieger befürworten den Ausbau dieses Weges und nicht den von zwei Querwegen im Gebiet zwischen Hohentramm, Poppau und Jeeben.
  • Christian Reuter
    vonChristian Reuter
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In den Gemarkungen Jeeben und Hohentramm sollen 2.700 laufende Meter Waldwege ausgebaut werden. Aber nicht, um dort illegale Autorennen zu ermöglichen, sondern die Befahrbarkeit für die forstwirtschaftliche Nutzung zu erleichtern. Dafür ist auch schon ein Planungsbüro beauftragt worden, informierte Jürgen Friedrichs, Vorsitzender des Beetzendorfer Bau- und Umweltausschusses, während der jüngsten Sitzung. 

Die Umsetzung des Vorhabens soll zu 90 Prozent mit Fördermitteln aus dem Landesförderprogramm für den forstlichen Wegebau erfolgen. Der erste Abgabetermin für den Förderantrag war am 15. Mai und ist damit verstrichen. „Aber am 31. August ist der zweite Termin, da haben wir noch einmal die Möglichkeit, das einzureichen“, erklärte Friedrichs.

Der Ausbau der Waldwege soll nach Auskunft des Planungsbüros 680.000 Euro kosten, teilte Beetzendorfs Bürgermeister Lothar Köppe mit. Und da 90 Prozent gefördert würden, müsste die Gemeinde einen Eigenanteil von knapp 70.000 Euro zahlen. Konkret geht es um zwei Forstwege: die Querverbindung vom Jägerstein am Weg von Hohentramm nach Poppau in Richtung Jeeben und die nördlich davon verlaufende Querspange.

Laut Köppe hat die Gemeinde 31 Anlieger angeschrieben, davon hätten sich 18 gemeldet. Mit einem sehr eindeutigen Ergebnis: „Nur zwei Anliegern ist es egal, 16 wollen es nicht, die sehen keine Notwendigkeit. Sie befürchten, dass durch den Ausbau der Personenverkehr zunimmt“, berichtete der Bürgermeister.

Im Auftrag der Pächter- und Jägergemeinschaft Jeeben-Siedengrieben meldete sich Jürgen Jünger im Bauausschuss zu Wort. Man habe nicht generell etwas gegen den Wegebau im Wald, aber die beiden ausgesuchten Wege dürften nicht ausgebaut werden. „Es kann nicht sein, dass schöne Wege abgeschoben werden und Splitt draufkommen soll, das geht nicht“, betonte Jünger. Stattdessen sollten doch erst einmal die Hauptwege, wie die Verbindung von Siedengrieben nach Poppau oder der Kirschweg von Jeeben hin zum Weg von Hohentramm nach Poppau, gemacht werden. Auch Silvia Schulz, die Interessenvertreterin für Hohentramm, sprach sich gegen den Ausbau der zwei Wege aus. „Das wäre ein Frevel“, meinte sie.

Jürgen Friedrichs wies darauf hin, dass es sich um ein forstliches Wegebauprogramm handele, das die Holzabfuhr erleichtern solle. Wenn die beiden ausgesuchten Wege nicht ausgebaut würden, gebe es auch keine Förderung. Denn die als Alternativen vorgeschlagenen Forstwege würden nicht die Fördervoraussetzungen erfüllen. In der jüngsten Gemeinderatssitzung am 20. Mai berichtete Friedrichs erneut über den geplanten Ausbau der Waldwege. „Die Jagdpächter haben eine Unterschriftensammlung vorgelegt und den Naturschutz als Grund genannt“, sagte er.

Die Kostenschätzung von 680.000 Euro für das Vorhaben sei für ihn utopisch. Er habe ein Angebot von 161.000 Euro brutto vorliegen und bitte darum, noch einmal mit dem Planungsbüro zu sprechen.

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