„Sind von Wölfen umzingelt“

Angst um die Rinder: Weidetierhalter schlägt Alarm

Reh
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In der Region häufen sich die Wolfsrisse an Nutztieren und Wildtieren gleichermaßen.
  • VonKai Zuber
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In der Region häufen sich die Wolfsrisse an Nutztieren und Wildtieren gleichermaßen. Erst vor wenigen Tagen hatte es die Rinderhalterin Sabrina Scherweit aus Waddekath mit zwei neugeborenen Kälbchen erwischt, die von Wölfen gerissen wurden. Nun haben auch die Landwirte im Nachbardorf Waddekath ernsthafte Sorgen gemeldet.

Waddekath – Weidetierhalter Manfred Kohn aus Waddekath schlägt Alarm. Er hat Angst um die Rinder: „Wir sind hier bereits von Wölfen umzingelt“, berichtet der Bauer aufgewühlt. Abends hört man die Raubtiere zwischen Hanum, Waddekath und Haselhorst gelegentlich heulen, die Antwort komme dann von Teilen eines anderen Rudels aus Richtung Niedersachsen, berichteten Jäger und Spaziergänger.

„Hier bei uns in Waddekath gehen die Hundebesitzer nicht mehr mit ihren Hunden spazieren, sondern häufig ist es genau umgekehrt. Denn wenn die Hunde den Wolf wittern, gehen sie nicht weiter, nehmen ängstlich Reißaus und wollen schleunigst zurück nach Hause“, erzählt Manfred Kohn der AZ im Gespräch.

Abends hört man die Raubtiere zwischen Hanum, Waddekath und Haselhorst gelegentlich heulen.

Mehrere tote Rehe an den Wiesen und Waldrändern hat er bereits gefunden. Nun hat er mit einem Berufskollegen in Waddekath seine Rinder frühzeitig von den Weiden in den Stall geholt. „Und das, obwohl jetzt noch genug frisches Futter für die Tiere draußen zu finden ist“, erklärt der Nutztierhalter.

Bereits jetzt Winterfutter im Stall zu verfüttern, ist wesentlich teurer und Stallhaltung an sich ist für die Weidetiere auch nicht erstrebenswert. „Du traust dich auch gar nicht mehr auf die Wiesen. Die Wölfe trifft man dort am helllichten Tag. Unsere sonst sehr ruhigen Tiere sind zudem wegen der ständigen Wolfspräsenz in Panik, traumatisiert und kaum mehr zu bändigen“, beschwert sich Kohn über die Zustände.

Auch im niedersächsischen Nachbardorf Erpensen hätten ihm Pferdehalter ihr Leid geklagt. „Die Herden drehen durch. Es muss endlich etwas passieren“, meint der Waddekather.

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