„Angst, in den Wald zu gehen“

Diesdorfer Weidmann Wolfgang Kürbis: Jagdhund „Maja“ ist ein Wolfsopfer

Hund
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Die Diesdorfer Hündin „Maja“ ist ein Wolfsopfer. Sie will nach einem Zusammentreffen mit dem Wolf nicht mehr mit Herrchen zur Jagd.
  • VonKai Zuber
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Wolfsopfer – sind das etwa nur Schafe, Kälber, Fohlen, Rehe, Mufflons oder Damwild? „Nein“, sagt der Diesdorfer Weidmann Wolfgang Kürbis, der in einem Revier in Haselhorst Jagdaufseher ist: „Mein Jagdhund ,Maja’ ist auch ein Wolfsopfer. Nach einem Wolfskontakt hat er nun Angst, in den Wald zu gehen.“

Diesdorf/Waddekath - Wie das kam, berichtet Wolfgang Kürbis der AZ detailliert. Denn: Hündin „Maja“ sollte eigentlich zu einem guten Jagdgebrauchshund ausgebildet werden, was jedoch scheiterte. „Das ist schon etwa drei Jahre her. Bei einem Jagdeinsatz hatte ,Maja’ Wolfskontakt. Sie wollte zu einer Suche eine Schonung betreten und dort stand ihr plötzlich ein Wolf nur drei Meter entfernt gegenüber“, berichtet der passionierte Diesdorfer Weidmann.

Reißaus genommen

„Meine Hündin war wohl derart traumatisiert, dass sie Kehrturm machte, sofort aus lauter Todesangst Reißaus nahm und zum Auto rannte, worin sie sich versteckte und nur noch nach Hause wollte. Seitdem ist ,Maja’ für die Jagd nicht mehr zu gebrauchen. Sie will einfach nicht mehr mit in den Wald“, sagt Wolfgang Kürbis traurig und streicht seiner Hündin liebevoll mit der Hand über den Kopf: „Ja, ja, ,Maja’, mein kleiner Schisser ...“

Hintergrund: Hunde sind die angestammten Todfeinde der Wölfe. Wo immer sie Hunde greifen können, kommt es zum Kampf und da die Wölfe den meisten Hunderassen körperlich weit überlegen sind, geht der Kampf für den Hund nicht selten tödlich aus. Jagdhunde sind besonders gefährdet, aber nicht ausschließlich.

Die beiden Schäferhunde „Pluto“ und „Charlie“ aus Waddekath wollen nur noch nach Hause, wenn sie beim Gassigehen auf eine Wolfsfährte stoßen.

Bodyguards in Gefahr

Auch Spaziergänger mit Hunden geraten bei Wolfsattacken ins Visier der Wildtiere, wie Dorit Nieber aus Waddekath der Altmark-Zeitung berichten kann. Ihre Familie hält zwei große Schäferhunde – „Charlie“ und „Pluto“. Regelmäßig geht Dorit Nieber mit ihren beiden Bodyguards zwischen Wiesen und Wäldern in Richtung Reddigau spazieren. Doch mit ihrem eigenen Schutz ist es vorbei, wenn die beiden Schäferhunde auf eine der zahlreichen Wolfsfährten in der Region stoßen: „Dann wollen sie nur noch nach Hause und mit unserem schönen Spaziergang durch die Natur ist es vorbei“, beschreibt die Waddekatherin die aktuellen Zustände.

Kälbchen gerissen

Auch Rinderhalter Manfred Kohn hat aufgrund der vielen Wolfsrisse seine Tiere von der Weide geholt. Zwei Kälber von Züchterin Sabrina Scherweit aus dem benachbarten Haselhorst hatte ein Wolfsrudel kürzlich am helllichten Tage kurz nach der Geburt der Mutterkuh entrissen (AZ berichtete).

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