Zum Schutz gegen eine weitere Ausbreitung

Faulbrut bei Bienen ausgebrochen: Sperrbezirk um Tangeln eingerichtet

Bienen krabbeln auf Waben
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Im Raum Tangeln und Umgebung ist die Amerikanische Faulbrut der Bienen in drei Beständen amtlich festgestellt worden, teilte der Altmarkkreis Salzwedel mit.
  • Christian Reuter
    vonChristian Reuter
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Zum Schutz der Bienen vor der Amerikanischen Faulbrut der Bienen (AFB) entnehmen Imker im Frühjahr stichprobenartig Futterkranzproben bei ihren Bienenvölkern, um sie auf Sporen dieser Bienenseuche untersuchen zu lassen. Im Ergebnis der jährlichen Eigenkontrollen ergab sich bei einem Imker der Verdacht auf einen erneuten Ausbruch der AFB im Altmarkkreis Salzwedel, informierte die Pressestelle des Kreises.

Im Rahmen der epidemiologischen Ermittlungen seien daraufhin bei mehreren Imkern in Tangeln und Umgebung amtliche Futterkranzproben entnommen worden. Im Mai seien bereits in Proben von drei Imkern aus dem Raum Tangeln durch das Landesamt für Verbraucherschutz (LAV) des Landes Sachsen-Anhalt Sporen von Paenibacillus larvae nachgewiesen worden. Bei den in diesem Zusammenhang durchgeführten klinischen Kontrollen der Bienenvölker habe man auch Waben vorgefunden, die löchrige und eingesunkene Zelldeckel auf den Brutzellen aufwiesen und damit auch klinische Symptome der Amerikanischen Faulbrut zeigten. Damit wurde der Ausbruch der Amerikanischen Faulbrut der Bienen in drei Beständen amtlich festgestellt. Die Bienenstände dieser Imker unterliegen somit der Sperre.

Zum Schutz gegen eine weitere Ausbreitung dieser Krankheit müssen die betroffenen Bienenvölker getötet werden. Dem schließen sich umfangreiche Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen mit Kunstschwarmbildung ansteckungsverdächtiger Bienenvölker an. Außerdem wurde um die Ausbruchsbestände ein Sperrbezirk mit einem Radius von vier Kilometern eingerichtet. Folgende Ortschaften sind davon betroffen: Ahlum, Darnebeck, Mellin, Neumühle, Neu Ristedt, Nieps, Rohrberg, Stöckheim, Tangeln und Wohlgemuth.

Imker innerhalb des Sperrbezirks dürfen ihre Bienenvölker nicht an einen anderen Standort verbringen. Außerdem dürfen keine Bienenvölker in den Sperrbezirk hineingebracht werden. Das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Altmarkkreises Salzwedel hat bereits umfangreiche Untersuchungen innerhalb und außerhalb des Sperrbezirks eingeleitet.

Zu den betroffenen Imkern gehört auch Friedrich Lahmann aus Groß Bierstedt: „Bei einem Volk in Püggen wurde vom Veterinäramt ein vereinzelter bakterieller Befall festgestellt, deshalb wurde es unter Aufsicht abgeschwefelt, also getötet.“

Das sei eine reine Vorsichtsmaßnahme gewesen. „Das Volk war nicht auffällig und hätte den vereinzelten Befall ohne Weiteres toleriert, es wäre nicht zu einem Ausbruch gekommen“, sagte Lahmann, nach eigener Aussage der einzige Berufsimker im Altmarkkreis.

Er lasse seine Bienenvölker jedes Jahr untersuchen, dadurch sei der neue Ausbruch der Faulbrut bekanntgeworden. „Ich habe das aufgedeckt“, erklärte der Imker am Mittwoch, 19. Mai, gegenüber der AZ.

Der materielle Schaden für seinen Imkereibetrieb betrage 640 Euro. Der Faulbrut könne man durch akkuraten Wabenbau und gute Hygiene vorbeugen, aber die Krankheit könne jeden Imker treffen, trotz aller Vorsichtsmaßnahmen, sagte Lahmann.

Die Amerikanische Faulbrut ist eine anzeigepflichtige Tiererkrankung der Bienen. Sie stellt keine Gefährdung für Verbraucher durch den Verzehr von Honig dar. Bei der Amerikanischen Faulbrut handelt es sich um eine Erkrankung der Bienenvölker durch ein Sporen bildendes Bakterium, bei der ausschließlich die Bienenbrut befallen wird, wodurch es zum Massensterben von Bienenvölkern kommen kann.

Für nähere Informationen steht das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt unter Tel. (03 901) 840 416 oder E-Mail vetamt@altmarkkreis-salwedel.de zur Verfügung.

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