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„Wir nehmen die Sache sehr ernst“

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Von: Kai Zuber

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Ein wuchtiger Bau aus rotem Ziegelsteinen mit der Aufschrift Gymnasium steht an einer Straße.
Der Fall am Beetzendorfer Gymnasium, wo eine Lehrkraft konkrete Hinweise zu Prüfungsthemen gab, schlägt hohe Wellen. Medien in ganz Deutschland berichten darüber. Nun äußert sich das Landesschulamt zu personellen Konsequenzen. © Kai Zuber

Im Fall der von einer Lehrkraft des Beetzendorfer Gymnasiums verratenen Prüfungsfragen bei den mündlichen Abiturprüfungen hat sich jetzt das zuständige Landesschulamt zu möglichen personellen Konsequenzen geäußert. „Wir nehmen die Sache sehr ernst“, sagte Pressesprecher Tobias Kühne, nachdem die Schüler selbst die Vorfälle im Fach Sozialkunde publik gemacht hatten.

Beetzendorf – „Da war jemand sehr ehrlich und wir sind den Schülern ebenfalls Fairness schuldig“, so Kühne weiter. Er betont die hohen Maßstäbe, die bundesweit für Abi-Prüfungen als Eintrittskarte in die akademische Welt der Hochschulen und Universitäten gelten. Aus Sorge vor einer möglichen formellen Ungültigkeit ihrer Abiturprüfungen hatten Schüler des Beetzendorfer Gymnasiums die Verfehlungen ans Licht gebracht. Dass nun jedoch Familien ihre Urlaubspläne und mögliche Buchungen wegen der nachgeholten Prüfungen ändern mussten, sei eigenes Risiko. Rechtliche Klagen wegen der nachgeholten Prüfungen habe es nicht gegeben und werden auch nicht erwartet, so das Landesschulamt mit Verweis auf die geltende Oberstufenverordnung: Letzter Termin ist demnach der 8. Juli. Dieser Termin wurde eingehalten. Am gestrigen Freitag war nun die feierliche Zeugnisausgabe für die Beetzendorfer Pennäler. Dass eine Lehrkraft die Prüfungsthemen verrät, selbst in einem weniger komplexen Fach wie Sozialkunde, sei „keine Kleinigkeit“, betont Tobias Kühne. Es habe sogar ganz „konkrete Hinweise zum Vorteil der Schüler gegeben, also nicht nur eine relative Eingrenzung der Themenbereiche“, so der Pressesprecher. Die Motivation der zuständigen Lehrkraft, so etwas für insgesamt 22 Schüler zu tun, wollte das Landesschulamt nicht kommentieren. Fakt ist jedoch, dass das Amt Konsequenzen ziehen wird, zumal bei der Lehrkraft aktuell sogar insgesamt zwei Disziplinarverfahren laufen, hieß es weiter. Beide Disziplinarverfahren hätten jedoch nichts miteinander zu tun. Arbeitsrechtlich seien die Hürden für den Dienstherrn zwar hoch, doch beim Ansetzen des disziplinarischen Strafmaßes für die betreffende Lehrkraft werde sich das Amt daran orientieren, ob sie „schon vorher auffällig geworden ist, und genau dies ist ja der Fall“, machte Kühne deutlich. Ob die Verfehlungen in eine Empfehlung des Landesschulamtes münden könnten, die Versetzung der Lehrkraft vorzuschlagen, wollte der Pressesprecher auf Nachfrage offiziell nicht bestätigen.

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