Gemeinde Diesdorf unterstützt geplante Tour durch die Altmark

Altmarkkreis hat Hünengräber im Visier

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Das Hünengrab kurz hinter Diesdorf in Richtung Waddekath ist nur noch schwer zugänglich. Am 22. September soll dort aufgeräumt werden. Willkommen ist jede helfende Hand.

Diesdorf. Mit drei Hünengräbern soll Diesdorf an die touristisch angelegte Großsteingräber-Route der Altmark (AZ berichtete) angeschlossen werden. Amanda Hasenfusz vom Altmarkkreis Salzwedel stellte das Projekt nun dem Diesdorfer Rat vor. Und dieser war sehr angetan.

Von den noch 50 in der Altmark vorhandenen sogenannten Hünengräbern liegen allein 43 im Altmarkkreis Salzwedel und sieben im Landkreis Stendal.

Zwölf der 43 Grabanlagen aus dem Altmarkkreis Salzwedel, die übrigens älter als die Pyramiden von Ägypten sind und auf jungsteinzeitliche Besiedlung hindeuten, wurden für die touristische Vermarktung ausgewählt.

Aus dem Flecken Diesdorf sind das die Grabanlagen bei Molmke, in Diesdorf gleich hinter dem Ort in Richtung Waddekath und zwischen Diesdorf und Lindhof am Schwarzen Weg. Wie Amanda Hasenfusz informierte, sollen all diese Großsteingräber 2019 und 2020 erschlossen werden. Dazu gehört, sie von Laub, Strauchwerk und Unrat zu befreien. Auch Wege sollen angelegt werden. Hasenfusz hofft auf Unterstützung der Gemeinden, vor allem noch in diesem Jahr. Ab 2019 werden die Pflegearbeiten dann von der ABS Drömling und ehrenamtlichen Helfern übernommen. „In diesem Jahr starten wir eine Vorpflegeaktion, bei der jeder mithelfen kann“, sagt Hasenfusz. Diese findet am Sonnabend, 22. September, von 10 bis 18 Uhr statt.

„Wir starten in Diesdorf am Hünengrab Richtung Waddekath und benötigen viele Helfer“, erklärte die Mitarbeiterin des Kreises. Jeder, der dabei sein möchte, ist an diesem Tag willkommen. Bürgermeister Fritz Kloß und Ratsfrau Angelika Scholz bezeichneten das Projekt als „ganz tolle Idee“. Scholz wies noch auf die Quelle des Molmker Baches hin, die mit in dieses Projekt integriert werden sollte. „Solche Hinweise sind für uns sehr wichtig. Das werden wir prüfen“, sagte Amanda Hasenfusz. Die gesamte Großsteingräber-Route hat bereits eine große Schwester, die „Straße der Megalithkultur“ in Nordwestdeutschland. Von Osnabrück bis Oldenburg sind auf einer Strecke von 330 Kilometern rund 70 Großsteingräber an Auto- und Fahrradrouten angebunden. Tausende Touristen erkunden heute jährlich diese Strecke. Doch bis es dazu kam, mussten Initiatoren, Städte und Gemeinden auch in Sachen Vermarktung eine lange und koordinierte Wegstrecke zurücklegen. Amanda Hasenfusz ist überzeugt, dass von der Route der ältesten Grabbauten der Menschheitsgeschichte einmal die gesamte Altmark touristisch profitieren wird.

Von Rüdiger Lange

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