Gemeinde will außergerichtliche Einigung mit Eigentümer der alten Molkerei

Boneser Schandfleck soll endlich weg

Gebäude
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Ein Schandfleck in Bonese: Die alte Molkerei sollte eigentlich schon 2016 abgerissen werden, steht aber heute immer noch. Die Zwangsversteigerung Anfang dieses Jahres wurde ausgesetzt.
  • VonKai Zuber
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  • Christian Reuter
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Die alte Molkerei in Bonese ist ein Schandfleck mitten im Dorf. Das Gebäude sollte eigentlich schon 2016 abgerissen werden, steht aber heute immer noch. Die Zwangsversteigerung im Februar dieses Jahres war auf Antrag der Gemeinde Dähre ausgesetzt worden. Nun hat die Kommune bis Februar Zeit, sich außergerichtlich mit dem Eigentümer zu einigen, war auf der jüngsten Ratssitzung in Dähre zu erfahren.

Das Gebäude war im Jahr 1892 errichtet worden. Beteiligt an der Finanzierung waren seinerzeit die Milchbauern aus der Region, die nach Bonese auch die Milch ihrer Kühe lieferten, die auf der Rampe an der Straße verladen wurde. Zu DDR-Zeiten wurde das Backsteingebäude als Außenstelle der Salzwedeler Kerzenfabrik genutzt. Dies gelang jedoch nur bis zur Wende, dann war endgültig Schluss mit der wirtschaftlichen Nutzung. So gelangte die alte Molkerei Bonese an die Treuhandanstalt, die das Areal für eine symbolische D-Mark verkaufte.

Lange Zeit war der Eigentümer unbekannt, bis er im Februar 2021 bei der durch das Salzwedeler Amtsgericht verfügten Zwangsversteigerung überraschend auftauchte (wir berichteten). Fazit: Die Versteigerung wurde ausgesetzt.

„Das erfolgte auf unseren Antrag hin, denn der Eigentümer hätte schon längst bezahlen können“, erklärte Bernd Hane gestern auf AZ-Nachfrage. Die Verbindlichkeiten hätten sich inzwischen auf einen nicht unerheblichen Betrag summiert. „Es ist ein Rätsel, wie einer, der Schulden hat, mitbieten kann“, hatte der Bürgermeister im Gemeinderat erklärt. Die Gemeinde sei jetzt dabei, mit dem Eigentümer eine außergerichtliche Klärung zu erreichen. Wenn das nicht fruchte, gehe es vor Gericht weiter, sagte der Bürgermeister gegenüber der AZ. Schon zweimal habe die Gemeinde Fördermittel für einen Abriss erhalten, aber ihn nicht umsetzen können. Wenn die Fläche frei ist, könnten dort Parkplätze oder ein Park entstehen. Aber wichtig sei erst mal, dass der Schandfleck endlich wegkomme, so Hane.

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