Ein Blick in die Diesdorfer Schulgeschichte

Alte Erinnerungsstücke: 151 Klassenbücher kehren zurück

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Ein Blick in die Vergangenheit: Alle Jungen aus dem Klassenbuch der 8a im Schuljahr 1969/70.

Diesdorf / Dähre. Wie durch ein Wunder sind sie nicht vernichtet worden – 151 Klassenbücher der Grundschule, der Zentralschule und der späteren Polytechnischen Oberschule Diesdorf.

Diese wurden bei der Schließung der Sekundarschule im Jahre 1997 nach Dähre in die dortige Sekundarschule umgelagert und vergessen. „Wir können Gott danken, dass diese alten Schulunterlagen nicht im Reißwolf gelandet sind“, sagte Heimatforscher Heinz-Günter Klaas, der im Diesdorfer Rathaus seit einigen Monaten ein Zentralarchiv einrichtet.

Uwe Streckel (l.) und Heinz-Günter Klaas laden 151 ehemalige Diesdorfer Klassenbücher aus. Diese finden im Zentralarchiv im Rathaus von Diesdorf nun eine neue Heimat.

Klaas, der selbst in Diesdorf Lehrer war, erinnerte sich an diese Klassenbücher, die er selbst mit nach Dähre fuhr. Und er fragte vor einigen Wochen in Dähre nach, ob die Klassenbücher noch vorhanden sind. Seine ehemaligen Kollegen Uwe Streckel und Dagmar Ganzer fanden die Diesdorfer Schulunterlagen fast unversehrt. Unbürokratisch genehmigte Schulleiterin Ines Kausch den Rücktransport ins neue Zentralarchiv nach Diesdorf. „Ich bin darüber sehr froh und dankbar“, sagte Klaas, der das gesamte Material derzeit sortiert. Aber nicht nur 151 Klassenbücher konnten gesichert werden, sondern auch Schülerverzeichnisse, Zeugnislisten, Gruppen- und einige Hauptbücher. Sogar einige Klassenbücher und Aufzeichnungen aus den ehemaligen Schulen aus Schadewohl, Waddekath, Dankensen und Höddelsen sind dabei.

Die Mädchen der Klasse 8a aus dem Schuljahr 1969/70. Jeder Interessierte kann sich die alten Klassenbücher einmal anschauen.

Für Klaas sind die Schulunterlagen eine wahre Fundgrube, die nicht nur das Schulleben von einst dokumentieren, sondern auch viel über die Verhältnisse verraten. Immer wieder findet Klaas beim Durchblättern auch Geschichten über das Schicksal einiger Schüler oder kuriose Klassenarbeiten. So konnte ein Schüler einmal die Aufgaben einer Klassenarbeit in Physik nicht lösen. Auf seinem Zettel stand nur ein großes Fragezeichen und der Satz: „Gott weiß alles, ich weiß nichts.“ Die Lehrerin schrieb dann nur: „Dafür geb ich Dir eine 5.“

Wer sich „sein“ Klassenbuch einmal anschauen möchte, der sollte sich mit Heinz-Günter Klaas rechtzeitig in Verbindung setzen. „Zeugnisse gebe ich allerdings nicht heraus. Das ist zu persönlich. Aber sonst bin ich für alles offen“, sagte er.

Von Rüdiger Lange

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