1. az-online.de
  2. Altmark
  3. Beetzendorf-Diesdorf

Bereit für den Endspurt

Erstellt:

Von: Kai Zuber

Kommentare

Eine Karte weist in mehreren Grüntönen verschieden wichtige Bereiche eine Naturschutzgebietes aus.
Sachsen-Anhalt und Niedersachsen stellen für die Ausweisung des Drömlings als Unesco-Welterbe derzeit die Antragsunterlagen zusammen. © Kai Zuber

Das „Land der tausend Gräben“ – so wird der Drömling oft genannt. Nun ist die Region auf dem besten Wege, international noch bekannter zu werden und darüber hinaus diesbezüglich sogar noch einen anerkannten Status zu bekommen. Denn: Jübars 22 Hektar große Exklave im Biosphärenreservat Drömling wird Wegbereiter für das Unesco-Vorhaben. „Wir als Gemeinde Jübar liefern jetzt die letzte Unterschrift für den lange vorbereiteten Unesco-Welterbe-Antrag. Alle anderen umliegenden Kommunen haben bereits unterzeichnet“, erklärt Jübars Bürgermeister Carsten Borchert die besondere aktuelle Situation.

Ein Mann mittleren Alters mit großkariertem Hemd und grauen Haaren im seitlichen Profil.
Fred Baumann ist Chef der Biosphärenreservatsverwaltung Drömling. © Kai Zuber

Jübar – Die bedeutsame „Formalität“ soll während der nächsten Ratssitzung am Donnerstag, 3. März, vollzogen werden. „Ich hoffe, dass die Versammlung wie geplant über die Bühne gehen kann“, sagte der Ortschef der AZ und ließ dabei die aktuellen Personalprobleme in der Beetzendorfer Verwaltung der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf anklingen. Mit der Exklave Böckwitz-Nettgau verfüge die Gemeinde Jübar über ein winziges aber sehr wichtiges Mitbestimmungsrecht bei der Antragstellung, bekräftigte Fred Baumann, Chef der Biosphärenreservatsverwaltung Drömling. Etwa ein Fünftel des länderübergreifenden Reservates liegt in Niedersachsen, der Hauptpart in Sachsen-Anhalt. Zuletzt kamen weitere Regionen bei Tülau, Parsau und Brome hinzu. 280 Quadratkilometer liegen in Sachsen-Anhalt und rund 60 in Niedersachsen. Hindurch ziehen sich das „Grüne Band“ und die Flüsse Aller und Ohre sowie der Mittellandkanal. Zu Zeiten des „Alten Fritz“ (Friedrich II.) wurde das Moorland entwässert, kolonisiert und urbar gemacht. Heute jedoch, so klang es bereits im Gemeinderat Jübar an, machen sich die Landwirte Sorgen, dass mit der Ausweitung des Naturschutz-Status im Drömling auch die damit verbundenen Reglementierungen überhand nehmen. Diese Angst versuchte Fred Baumann den Bauern zu nehmen.

Ein Fluss fließt, begleitet von einem Sonnenuntergang, vom Betrachter weg und verliert sich am Horizont.
Idylle wohin das Auge reicht: Bis zu einer möglichen Anerkennung als Unesco-Welterbe dürfte es noch ein weiter Weg und eine Frage von Jahren sein. © Kai Zuber

Hintergrund des Vorhabens: Die Länder Sachsen-Anhalt und Niedersachsen beabsichtigen im Drömling ein länderübergreifendes Biosphärenreservat auszuweisen und die Anerkennung bei der Unesco zu beantragen. Die weiteren Planungen für ein Biosphärenreservat sollen länderübergreifend erfolgen. Der gesamte Drömling ist als naturräumliche Einheit mit seinem sozioökonomischen und wirtschaftlichen Gefüge zu betrachten.
Dieser Ansatz wird für eine Unesco-Anerkennung als zielführend angesehen. Das Eckpunktepapier der länderübergreifenden Arbeitsgruppe Drömling stellt dazu die wesentlichen Inhalte und Ziele dar und erläutert die notwendigen Voraussetzungen, Rahmenbedingungen und das beabsichtigte Vorgehen.

Auch interessant

Kommentare