Viele Ehrenamtler sorgen für Senioren in der Region / Voso-Gruppe Diesdorf ist sehr aktiv

Alles begann bei einer Tasse Kaffee

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Angelika Scholz (l.), Janine Kantorek (hinten), Annemarie Poggemann und Anita Gohl beim Sortieren der Päckchen, die auf dem Weihnachtsmarkt im Freilichtmuseum verlost werden.

Diesdorf. Schon die Terminabsprache für das AZ-Gespräch mit Angelika Scholz gestaltet sich schwierig. „Da haben wir Adventssingen. Da bin ich im Seniorenheim“, sagt die Leiterin der Diesdorfer Ortsgruppe der Volkssolidarität (Voso).

Ihre Voso-Gruppe steht stellvertretend für zahlreiche Ehrenamtler aus der Region, die sich dem Wohl der Senioren und Rentner in der Altmark verschrieben haben.

Für die medizinische und pflegerische Versorgung gibt es zahlreiche Pflegedienste in der Region. Aber was kommt danach? Wer sorgt dafür, dass Senioren weiter am öffentlichen Leben teilhaben können? Hier kommt die Ortsgruppe der Voso in Diesdorf ins Spiel. Ihr Angebot kann schon als sehr umfassend beschrieben werden. Skat- und Rommee-Nachmittage, Ausflüge aller Art, Vortragsabende, der eigene Chor „Klosterlerchen“, gemeinsames Kochen und Backen und Spendenaktionen – vieles wird selbstverständlich genommen, doch hinter den Angeboten der Voso-Ortsgruppe steckt ein Haufen Arbeit. Diese leisten hauptsächliche ehrenamtliche Helfer.

Neben dem Veranstaltungsangebot vermittelt die Voso auch Hilfe im Haushalt. „Das ist dann Nachbarschaftshilfe“, sagt Angelika Scholz und berichtet von Anfragen die bei den Voso-Treffen nebenher geschehen. „Hast du nicht jemanden, der bei mir mal Rasenmähen kann“, fragte im Sommer noch eine alleinstehende Frau die Vorsitzende der Ortsgruppe. Schnell war danach ein Kontakt geknüpft. „Es gibt hier auf dem Dorf noch viele, die für ihre Nachbarn Einkäufe erledigen, etwas mitkochen oder bei Formularen helfen“, zählt Angelika Scholz auf.

Auch der Kontakt zur Gemeinde und der Kirche ist Scholz wichtig. „Wir haben zum Beispiel für Geräte auf dem Spielplatz gespendet oder die Darre unterstützt“, erzählt Scholz.

Angefangen hat alles kurz nach der Wende „mit einem monatlichen Kaffeetrinken“. Mittlerweile hat die Voso-Ortsgruppe rund 180 Mitglieder. Auch Vorurteile wie „das sind doch die Roten“ gehören langsam der Vergangenheit an. „Jeder kann zu uns kommen“, stellt Scholz klar.

Natürlich hat die Vorsitzende auch Zukunftssorgen. Vor allem Ehrenamtler zu finden, die für die heute Tätigen einmal nachrücken, sei schwierig geworden. Dabei sind heute schon viele der unermüdlichen Helfer Multifunktionäre, also in einigen Vereinen und Gruppen des Ortes aktiv. „Da müssen wir dafür sorgen, dass auch Jüngere den Weg zu uns finden – aber nicht mit dem Holzhammer“, betont Angelika Scholz.

Von David Schröder

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