Der Isegrim ist in den umliegenden Gemeinden keine Seltenheit mehr

In Ahlum geht der Wolf um

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Dieses Foto machte die Ahlumerin Anna Schulze mit ihrem Handy kurz nach der plötzlichen Begegnung. Mehrfach wurde der Wolf in der Umgebung schon gesichtet.

Ahlum / Mellin. Die Ahlumerin Anna Schulze war gerade mit dem Auto auf dem Weg nach Hause, als plötzlich, kurz vor Ortseingang ein Wolf über die Straße lief.

„Erst bin ich weiter gefahren, weil ich es gar nicht fassen konnte, aber dann hab ich in Ahlum umgedreht, bin zurück gefahren und habe ihn fotografiert. Leider war er da schon ziemlich weit weg“, erzählt die 19-Jährige. Der Wolf kam aus Richtung Tangeln, überquerte 100 Meter vor dem Ortseingang Ahlum die B 248 und machte sich im Wismarer Wald davon.

„Laut einer Bekannten aus Mellin hat sie den Wolf auch schon zwei Mal gesehen“, weiß die junge Frau. Für die Jäger der umliegenden Dörfer ist der Isegrim mittlerweile ebenfalls kein selten gesehenes Wildtier mehr. Der Melliner Fred Heidenreich konnte den Graupelz von seinem Hochsitz aus beobachten. Vormittags hatte er die Spuren des Wolfes bereits mit anderen Jägern gefährtet und als er am Nachmittag beschloss auf die Pirsch zu gehen, rechnete er nicht damit, dem Wolf tatsächlich zu begegnen.

„Ich habe zunächst die leisen Schritte gehört, schaute nach links und dann tauchte er auf einmal an der Waldkante auf. Mein Hochsitz stand so 60 Meter entfernt“, schildert der Melliner seine spannende Beobachtung, „Er war zirka so groß wie ein Reh. Wirklich absolut beeindruckend wie groß so ein Wolf ist.“ Anschließend sei er „sehr elegant“ quer über den Acker getrabt. „Zwischendurch hielt er auch immer mal wieder an und und hat Richtung Dorf geblickt“, erinnert sich der Jäger.

Die hinzugerufene Beauftragte vom Landesamt für Umweltschutz Antje Weber kann jedoch noch keine genauen Angaben zu dem Einzelgänger machen. „Wir konnten die Spur zirka zwei Kilometer weit verfolgen, aber da keine Losung gefunden wurde, konnten wir auch keine genetischen Tests machen. Daherkann ich auch leider noch nicht sagen, ob er weiblich oder männlich ist“, erklärt sie. Vielleicht handele es sich um einen Wolf aus dem Rudel Ehra-Lessien oder aus dem Klötzer Forst.

Die häufigen Sichtungen sorgen bei Anwohnern, vor allem Hundebesitzern, für Verunsicherung. Doch Beauftragte Antje Weber ist sich sicher: „Momentan braucht man sich keine Sorgen zu machen.“

Von Melanie Friedrichs

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