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Agrargenossenschaft Bonese rettet Rehkitze mithilfe einer Drohne

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Von: Christian Reuter

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Kind mit Rehkitz
Auch Franz Coßmann half beim Retten der Rehkitze von einem Feld mit Luzerne bei Bergmoor mit. © Privat

Der Mai ist eine gefährliche Zeit für Rehkitze. Denn die Ricken setzen ihren Nachwuchs oft auf Wiesen ab, die im Mai in der Regel das erste Mal gemäht werden. Die Agrargenossenschaft Bonese hat am Montag, 30. Mai, auf einem Feld bei Bergmoor Luzerne gemäht und dabei acht Rehkitze vor dem Mähtod bewahrt.

Bonese / Bergmoor. „Wir haben uns am Montag um 5 Uhr auf dem Feld zwischen Bergmoor und Reddigau getroffen und zuerst die 50 Hektar große Fläche von einer Drohne absuchen lassen“, informierte Stefan Sültmann, Geschäftsführer der Agrargenossenschaft Bonese. Die Drohne wurde von Jan-Hendrik Wiese vom Maschinenring Uelzen-Isenhagen gesteuert.

Kitze retten die Boneser Landwirte schon Jahre lang von den Feldern, bevor diese gemäht werden. Doch erstmals sei dabei eine Drohne zum Einsatz gekommen, erklärte Sültmann. Mit dieser modernen Technik ließen sich die Kitze wesentlich effektiver aufspüren als mit anderen Methoden: „Die Tiere werden auf einem Bildschirm als rote Flecken dargestellt. Man muss dann nur noch zu diesen Stellen gehen und die Rehkitze bergen.“ Ohne Drohne seien es oft nur Zufallsfunde, wenn ein Kitz oder ein anderes Tier gefunden werde.

Durch die Drohne seien insgesamt acht Kitze lokalisiert worden, die Hälfte habe man vergrämt, die restlichen Tiere aus der Fläche getragen. Dabei sei besondere Vorsicht nötig gewesen. „Die Kitze wurden nur mit Handschuhen angefasst und in Luzerne gebettet in Körben neben dem Feld sicher abgestellt. Damit die Ricken auch die Möglichkeit haben, ihre Kitze wiederzufinden“, erläuterte der Landwirt. Bei der Rettungsaktion, die etwa dreieinhalb Stunden dauerte, halfen neben Jan-Hendrik Wiese mit seiner Drohne auch Lucas Niemeyer von der Agrargenossenschaft sowie die Jägerin Antje Coßmann und ihr Sohn Franz mit. „Wir sind als Landwirte gesetzlich dazu verpflichtet, die Flächen vor der Mahd abzusuchen und die dabei gefundenen Tiere zu retten“, betonte Sültmann.

Die Luzerne werde als Silage (Futtermittel) für die Milchkühe verwendet. Doch warum sind die Rehkitze überhaupt auf den Feldern und Wiesen zu finden und nicht im angrenzenden Wald?

„In den Wiesen haben die Kitze eine gute Deckung, sie verstecken sich dort. Und das Problem ist, dass zumindest die ganz jungen Tiere im Feld selbst bei Lärm verharren und nicht weglaufen“, erklärte Stefan Sültmann. Um so wichtiger sind solche Rettungseinsätze wie am Montag, damit möglichst viele Rehkitze vor dem Mähtod bewahrt werden.

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