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Ärztehaus mit Platz für vier Praxen in Rohrberg geplant

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Von: Kai Zuber

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Dr. Christian Praast (l.) und Dr. Thomas Loeseken freuen sich über die Perspektive zur medizinischen Landarzt-Versorgung in Rohrberg. © Privat

Der Rohrberger Hausarzt Dr. Thomas Loeseken ist 62 Jahre alt. Bald wird er 63. Insgesamt hat der sympathische Mediziner 37 Arbeitsjahre auf dem Buckel, 22 Jahre davon allein in der Region. „Ohne eine Perspektive zu haben, hätte ich wohl im kommenden Jahr aufgehört“, gesteht der Doktor ein.

Rohrberg. Doch nun gibt es in Rohrberg einen Glücksfall, denn Loeseken hat mit Dr. Christian Praast einen Nachfolger gefunden. Der junge verheiratete Familienvater zweier Kinder stammt ursprünglich aus Groß Bierstedt, hat vorher in Elbingerode (Harz) gearbeitet und ist vor geraumer Zeit wieder zurück in die Heimat gekommen.

Dr. Thomas Loeseken verfügt zum Glück über eine sogenannte Weiterbildungsermächtigung, was ermöglicht, dass die künftige Landarzt-Generation in einer angestrebten Kooperation gut eingearbeitet werden kann. „Das sind bessere Voraussetzungen als in Winterfeld“, bemerkt Loeseken.

Freie mögliche Baufläche in Rohrberg
Die Gemeinde Rohrberg plant auf der durch Abriss geschaffenen Freifläche an der Breiten Straße ein Ärztehaus mit vier Praxen zu errichten. Das ist schräg gegenüber des DRK-Projektes. © Privat

Dort entstand vor ein paar Jahren das Gesundheitszentrum an der B 71. Nun will auch die Gemeinde Rohrberg ein ähnliches Projekt anschieben – Und sogar noch eine Nummer größer: „Wir planen auf der durch Abriss geschaffenen Freifläche an der Breiten Straße ein Ärztehaus mit Platz für bis zu vier Praxen. Das ist schräg gegenüber des DRK-Projektes. Ein Architekturbüro wurde beauftragt. Der Raumbedarf ist schon abgestimmt und in den nächsten Wochen werden der Gemeinde Details und eine erste Kostenschätzung für das Vorhaben vorliegen“, informierte Rohrbergs Bürgermeister Bernd Schulz stolz.

Auch in der Kreisverwaltung habe er vor Landrat Steve Kanitz und Wirtschaftsförderern bereits das Projekt vorgestellt und Unterstützung erhalten. 2700 Quadratmeter Fläche stehen in Rohrberg für den Bau des Ärztehauses nebst Parkflächen bereit. Auf 80 Prozent schätzt Schulz die mögliche Förderquote durch das Leader-Programm. Den Rest der Kosten finanziert die Gemeinde. Dass ein neuer Landarzt zur Verfügung steht, sieht der Ortschef als Glücksfall für Rohrberg.

Ziel im möglichen neuen Ärztehaus sei laut Dr. Praast eine Kooperation im Team mit anderen Ärzten. Und Platz für einen Zahnarzt sei im neuen Ärztehaus außerdem. Nun will Bernd Schulz für sein Projekt die Werbetrommel rühren, man habe finanziell gesehen „in der Kommune gut gewirtschaftet“ und könne sich das leisten.

Hintergrund: Rund 260 freie Hausarztstellen gibt es derzeit im Land Sachsen-Anhalt, davon gut 20 im Altmarkkreis Salzwedel. Etwa 400 Mediziner im Land sind außerdem über 60 Jahre alt. In der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf gibt es mit nur 3,5 Hausärzten für 13.000 Einwohner ebenfalls eine Unterversorgung.

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