1. az-online.de
  2. Altmark
  3. Beetzendorf-Diesdorf

Ortsjubiläum in Lagendorf mit Gedenkstein-Einweihung, Festgottesdienst und Umzug

Erstellt:

Von: Kai Zuber

Kommentare

Dähres Bürgermeister Bernd Hane (r.) enthüllte in Anwesenheit von Kirchenvorstand und Verbandsgemeinde-Chef Michael Olms (vorn, Mitte) den Gedenkstein an der Feuerwehr.
Dähres Bürgermeister Bernd Hane (r.) enthüllte in Anwesenheit von Kirchenvorstand und Verbandsgemeinde-Chef Michael Olms (vorn, Mitte) den Gedenkstein an der Feuerwehr. © Freier Mitarbeiter

Das 1000. Ortsjubiläum von Lagendorf ist am Sonnabend mit einer Gedenkstein-Einweihung, dem Festgottesdienst und einem Umzug durch den Ort ganz groß gefeiert worden.

Lagendorf – Zum Auftakt der Feier erinnerte Dähres Pastor Silvio Scholz an eine tausend Jahre alte Urkunde des Bischofs Bernward von Hildesheim (950-1022) über Lagendorfer Besitzansprüche und an seine Amtsvorgänger, Pastor Friedrich Krüger, Werner Kernbach und Werner Beuchelt.

Pfarrer Beuchelt bewohnte als letzter Priester das alte Pfarrhaus in Lagendorf. Bereits Kernbach betreute die Kirchengemeinde 1972 bis 1996 von Dähre aus. „Nun danket alle Gott“, sangen die Lagendorfer beim Festgottesdienst, der von den Bläsern aus Bergen / Dumme musikalisch gestaltet wurde.

Auch Dähres Bürgermeister Bernd Hane gehört den Bläsern an. Er erinnerte sich in seiner Rede daran, dass er bereits seit 25 Jahren an Heiligabend im Lagendorfer Gotteshaus mit musiziert. Doch eines gab der Ortschef bei der Enthüllung des Gedenksteines „1000 Jahre Lagendorf, 1022 bis 2022“ zu bedenken: „Die Strukturen werden leider immer größer. Die Gemeinde Dähre hat heute 17 Ortsteile“, erinnerte Hane und befürchtet einen Verlust an dörflicher Authentizität.

Doch der Bürgermeister zeigte sich auch zuversichtlich: „Schon vor 1000 Jahren muss das Leben in Lagendorf lebenswert gewesen sein, auch wenn Reste aus dieser Epoche heute nur noch bei Grabungen der Archäologen gefunden werden.“

An der Dährer Feuerwehr, wo am Sonnabend der Gedenkstein enthüllt wurde, stand gleich in der Nähe eine alte Windmühle. Dort sollen vor hunderten Jahren Beratungen abgehalten worden sein, so die Überlieferung.

Der Gottesglaube nach der Christianisierung war in Lagendorf bei der Bevölkerung groß – ebenso die Beteiligung an den Gottesdiensten. So kamen noch im Jahr 1895 regelmäßig einhundert Gläubige zum Gottesdienst.

Die engagierten Lagendorfer kämpften in den 1970er-Jahren und nach der Wende um den Erhalt ihrer erst 1912 neu gebauten Kirche, die 1978 zu verfallen drohte. „Nach Instandsetzungsmaßnahmen konnte das Gotteshaus Heiligabend 1995 wieder in Dienst gestellt werden“, hob Scholz hervor.

Bernd Hane lobte das Engagement der Lagendorfer um den Kirchenvorstand, ihre Historie aufzuarbeiten: „Danke dafür. Auch für die gesamte Kommune möchten wir die Historie jetzt bündeln. Wir haben bereits Geld dafür zu Verfügung gestellt. Nun suchen wir für diese Aufgabe noch Helfer“, betonte der Ortschef bei seiner Rede.

Angeführt von der Diesdorfer Schalmeienkapelle, ging es dann wieder zurück zum Festzelt am Pfarrhof, wo der gemütliche Teil des 1000. Jubiläums des Ortes der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf mit umfangreichem Rahmenprogramm, Essen und einer Zirkusvorführung über die Bühne ging.

Auch interessant

Kommentare