Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck empfiehlt Rechtsweg

Zwangsballast auf Fähre Räbel wird teuer: Betonbrocken sind Fall für Anwälte

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Vier Tonnen wiegen die Brocken, die seit dem neuen Anleger an Bord sind. Lkw dürfen vorerst nicht mit.

Werben – „Wir müssen uns wohl einen Rechtsbeistand leisten“, resümiert Werbens Stadtoberhaupt am Dienstagabend im Rathaussaal der weltkleinsten Hansestadt das unerfreuliche Resultat eines vormittägigen Gutachter-Termins am neuen Fähranleger in Räbel.

Dort pendelt das Verkehrsmittel bekanntlich seit etwa Mitte Dezember mit zwei jeweils etwa zwei Tonnen schweren Betonbrocken an Bord, weil das Schiff seit Fertigstellung des neuen Fähranlegers ansonsten gar nicht nutzbar sei.

In Absprache mit dem für Bauangelegenheiten zuständigen Fachamt der Verbandsgemeinde sei als Ergebnis des rund dreieinhalbstündigen Termins mit einem Verantwortlichen im Auftrag der Schiffsuntersuchungskommission Sachsen-Anhalt (SUK) vereinbart worden, dass ein Anwalt nötig sei, sagt Bernd Schulze dem Stadtrat.

Ohne die beiden Betonbrocken schaffe es derzeit kein Fahrzeug auf die Fähre, weil diese schräg stehen müsse, um den nötigen Anpressdruck aufzuweisen. Versuche bei dem Vor-Ort-Termin hätten auch gezeigt, das nur ein einziger 13-Tonnen-Lkw an Bord bereits zur maximalen Eintauchtiefe führe, schildert Schulze.

„Fünf Prozent der Einnahmen gehen flöten, weil Lkw nicht mehr mitdürfen“, verweist der Bürgermeister auf die finanziellen Folgen. Auch verbrauche das Schiff wegen der zusätzlichen Beton-Last viel mehr Diesel, was ebenfalls den Haushalt Werbens belaste.

Als Nächstes solle nun die „statische Verlastung“ der Fähre überprüft werden. Für eine solche Kontrolle muss das zwischen dem Werbener Ufer und der Anlegestelle bei Havelberg auf ostelbischer Seite pendelnde Schiff allerdings erneut in die Werft der Domstadt gebracht werden, womit weitere Einnahmeausfälle anfallen. „Da wird ein gewaltiger Schaden verursacht, die Motoren nehmen kräftig mehr Sprit und die Schiffung stimmt nicht“, erklärte Stadtratsmitglied Michael Schnelle (CDU). Ihm pflichtete UWG-Fraktionschef Michael Nix bei. „Das ist wieder so ein Ding, was sich sehr lange hinzieht“, sagte er.

VON ANTJE MAHRHOLD

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