CDU beantragt „Aufforderung zur Abgabe der Dokumente“

Anti-Abwahl-Aktion bleibt im Fokus: „Wollen die Unterschriften sehen“

Am 15. September startete die Aktion gegen die Abwahl, die Wolfgang Tacke am 12. November verlor. Auf zwölf Listen gab es 145 Unterschriften. Die Papiere will die CDU sehen.

Werben. Wenn der Stadtrat am nächsten Dienstag zum zweiten Mal nach der Abwahl des Werbener Bürgermeisters im Rathaussaal tagt, wird das Gremium für Wolfgang Tacke (parteilos) einen Blumenstrauß bereithalten.

Die florale Aufmerksamkeit soll dabei nicht nur eine anerkennende Geste sein, sondern ist als offizieller Akt geplant, wie ein Blick auf den sechsten Tagesordnungspunkt am Vorabend vom Nikolaustag beweist. „Verabschiedung vom ehemaligen Bürgermeister Herrn Tacke“ lautet die Formulierung für das geplante Geschehen, das maßgeblich davon abhängt, ob der Abgewählte zur Sitzung erscheint. „Wir haben ihn eingeladen“, erklärt das amtierende Stadtoberhaupt am Freitag der AZ. Die Initiative für dieses Vorgehen sei vom Stadtrat ausgegangen, sagt Bernd Schulze (UWG), der bis zur Abwahl als Vize-Bürgermeister gewirkt hat – und am 11.  Februar auf den Chefsessel des Rathauses der weltkleinsten Hansestadt gewählt werden will, womit die Lokalpolitik der Kleinstadt im hohen Norden des Landkreises auf einen „Neubeginn“ hofft (AZ berichtete).

Dennoch sind die Ereignisse im Vorfeld der Abwahl nicht vom Tisch. Wegen der Unterschriftenaktion, die Ex-Stadtoberhäupter Jochen Hufschmidt und Dr. Volkmar Haase initiierten, will die CDU-Fraktion jetzt für Transparenz sorgen. Für die Aktion „Werbener Wähler gegen den Antrag von Stadträten auf Abwahl von Bürgermeister Tacke“ hatten den Initiatoren zufolge 145 mit ihrer Unterschrift gezeichnet. Die Listen waren von Hufschmidt zunächst an den Verbandsgemeinde-Bürgermeister René Schernikau übergeben worden, der die Listen wegen zurück nach Werben brachte, von wo sie in die Kanzlei des Anwalts von Tacke gelangt waren. Anfang November erklärte Mitorganisator Hufschmidt, dass er die zwölf Listen nicht herausgibt, da er die Unterzeichner schützen müsse.

Damit aber gibt sich CDU-Fraktionschef Michael Schnelle nicht zufrieden. „Aufforderung zur Abgabe der Unterlagen“ lautet sein Antrag. „Wir wollen die Unterschriftenlisten sehen“, sagt er der AZ.

Von Antje Mahrhold

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