Verspäteter Start in die Saison / „Endlich wieder ein bisschen leben“

Wischer: Camper werkeln fleißig

Ein Mann sägt an einem Stück Holz. Im Hintergrund ist ein halbfertiger Vorbau zu einem Campingwagen zu sehen.
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Immer wieder dringen die Geräusche von Holzarbeiten über das Campginggelände. Die Gäste stört es nicht: Sie sind oft selbst dafür verantwortlich.
  • Stefan Hartmann
    vonStefan Hartmann
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Theoretisch läuft die Camping-Saison schon länger. Die ersten Gäste durften im Landkreis Stendal jedoch erst mit dem Fall der Bundesnotbremse anreisen.

Wischer – Immer wieder dringt das Geräusch von Handsägen und Akkuschraubern durch das waldige Gelände am Wacawi. Die Gäste, die sich bereits am ersten Wochenende als es die Corona-Bestimmungen zugelassen haben, stört das jedoch nicht, auch wenn sie selbst oft sagen, dass es die Ruhe der natürlichen Umgebung ist, die den Platz so ausmacht. Kein Wunder: Die Geräusche stammen zum Teil von ihnen selbst.

Auch wenn das eigentliche Ziel Urlaub und Entspannung ist, steht doch oft zunächst Arbeit auf dem Wochenendprogramm. Erst seit 2019 besteht das Wacawi in seiner jetzigen Form und einige der frischen Dauercamper sind noch nicht ganz darauf eingerichtet. Es wird gesägt, geschraubt und gebastelt, um den Campingmobilen ein festeres Vorzelt zu spendieren.

„Du kannst hinfahren, wo du willst. So einen Strand gibt es nirgendwo. Außer an der Ostsee vielleicht“, erklärt einer der Gäste, der aus Oebisfelde angereist ist. Dass das Wetter noch etwas unbeständig ist und der Strand deswegen noch nicht sehr einladend, stört aktuell kaum. Der Oebisfelder ist seit zwei Jahren Dauergast und baut sich gerade einen kleinen Vorraum. Die Jahre zuvor hatte er sich mit einem Vorzelt begnügt, aber mit dem festen Bau säße man doch etwas mehr im Trockenen.

Armin und Jana Schulz freuen sich ebenfalls, ihren Standplatz um ein weiteres festes Element zu erweitern. Sie bezeichnen sich selbst als Neuankömmlinge. Das erste Jahr hätten sie noch ohne Vorzelt verbracht und wollten das jetzt ändern. Dabei hilft ihnen das befreundete Paar Doris und Hannes Rohbeck, wenn nicht gerade eine Mittagspause mit Salaten und Frikadellen ansteht. Mit dem Vor- beziehungsweise Anbau hätten sie ein wenig mehr Bewegungsfreiheit. Dabei spielt auch die Sicherheit eine gewisse Rolle. Im waldigen Gelände fällt natürlich auch Grün von den Bäumen herunter. Wenn der Frühstückstisch dann unter einem Dach steht, können keine Nadeln im Essen landen. Auch müssten dann die Möbel nicht bei jedem Ausflug in das Wohnmobil geräumt werden, um sicher zu stellen, dass sie nicht vom Wind hin und her geweht werden.

Wacawi-Besitzer Tino Braune freut sich, wieder Gäste empfangen zu können. Auch wenn ihm der etwas verspätete Start in die Saison noch in den Knochen steckt. „Pfingsten musste ich 300 Leuten absagen“, stellt er fest. Eine Woche eher öffnen zu dürfen, wäre für ihn gut gewesen, aber das stand nicht zur Diskussion. Auch wenn das lange Wochenende aus der Betriebszeit gefallen ist, ist er froh, wieder Menschen auf dem Platz zu haben. „Endlich gibt es wieder ein bisschen Leben“, sagt er, als ein Junge auf seinem Fahrrad vorbeizischt.

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