Kooperation mit Hassel im Arneburger Bauausschuss angeregt

Windkraft: B-Plan als möglicher Ausweg

Windenergieanlagen zwischen Wischer und Arneburg.
+
Windräder werden für die Energiewende als unerlässlich angesehen – sind an ihren Aufstellungsorten aber tendenziell unbeliebt.
  • Stefan Hartmann
    VonStefan Hartmann
    schließen

Der Arneburger Bauausschuss beklagt wenig Mitbestimmungsrecht bei der geplanten Änderung des Flächennutzungsplanes Wind. Ein gemeinsamer Bebauungsplan mit Hassel könnte helfen.

Arneburg – Kay Lindemann meldete sich als „Betroffener Anwohner“ aus dem Bereich Hassel/Wischer zu Wort. Extra dafür wurde die Sitzung des Arneburger Bauausschusses unterbrochen, damit er trotz seines Wohnortes an der Einwohnerfragestunde teilnehmen konnte. Die Hasseler Ratsleute seien offen dafür, eine Kooperation mit der Stadt Arneburg einzugehen, um einen gemeinsamen Bebauungsplan zu erstellen. In diesem könnte dann eine maximale Höhe für Windenergieanlagen festgelegt werden. Das sei theoretisch möglich, fügte Simone Kuhlmann, Bauamtsleiterin der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck, ihren Sachverstand hinzu. Dafür müssten Hassel und Arneburg einen kleinen Zweck- oder Planungsverband gründen. Weitere Grundlage: Es muss ein Flächennutzungsplan (FNP) vorliegen, dessen erste Änderung soll bereits am 15. November im Verbandsgemeinderat beschlossen werden. Wenn dieser eine maximale Höhe von 220 Metern vorsieht, im Gegensatz zu den 250 Metern, die ebenfalls zur Diskussion stehen, könnte das Projekt erfolgversprechend sein. Der große Vorteil eines B-Planes gegenüber eines Flächennutzungsplanes besteht darin, dass diese Windenergieanlagen zumindest verzögern können. Mit einem B-Plan in Vorbereitung oder Erarbeitung können Projekte quasi in Warteposition geschoben werden, bis die zu erwartende Änderung eintritt – oder abgelehnt wird. Diese aufschiebende Wirkung fehlt einem Flächennutzungsplan.

Die stimmberechtigten Mitglieder des Bauausschusses waren sich schnell einig: Bürgermeister Lothar Riedinger solle schnellstmöglich Kontakt aufnehmen und eine Willensbekundung zur Gründung eines solchen Zweckverbandes bei den Stadträten einholen. Viel Zeit bleibt dafür nicht mehr, da diese Willensbekundung zum 15. November vorhanden sein muss.

Da der aktuelle FNP Wind derzeit beklagt wird, sei es auch wichtig, dass die Änderung schnellstmöglich beschlossen wird, erklärte Kuhlmann. Solange der FNP nicht in Kraft ist, könne gebaut werden, was technisch möglich ist. Auch Anlagen, die über die gewünschte Höhe hinausgehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare