Schützengilde und AWA wollen neues Grün spendieren / Ausschuss wählt Sorte

Werben: Trauerweiden-Ersatzbaum bringt Ärger am Rathaus

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Weide, Eiche oder Buche sind im Gespräch, den Platz zu füllen. Zunächst muss erst aber noch der riesige Stumpf aus der Erde.

Werben. „Es gab schon Einwände, da hatten wir noch nicht mal angefangen zu denken“, eröffnet Werbens Bürgermeister diese Woche im Stadtrat eine Debatte, die ihren Ursprung im Sturz der Marktplatz-Trauerweide hat – und in der Kleinstadt im hohen Norden der Verbandsgemeinde bereits kräftig für Zündstoff sorgt.

Seitdem die Trauerweide dem jüngsten Sturm zum Opfer gefallen ist, offenbart sich die Baufälligkeit des Rondells am Rathaus besonders drastisch.

Das von weitgehend maroden Steinquadern umgrenzte Areal wirkt mitten im November zwar sattgrün, ist aber nur mit dem Stumpf der gefallenen Trauerweide belegt. „Der Anblick ist mehr als traurig, es muss dringend etwas gemacht werden“, fordert Stadträtin Doreen Behrens (UWG).

Der Anblick ist mehr als traurig“, sagt eine Werbener Stadträtin über den Zustand des Rondells vor dem Rathaus. Welche zwei neuen Bäume dort gepflanzt werden, ist noch offen.

Was aber genau das sein soll, darüber gehen die Meinungen bei Werbens Stadtverantwortlichen gewaltig auseinander. „Es ist alles schon traurig genug, deswegen bin ich auch nicht für eine Trauerweide“, versucht Bürgermeister Bernd Schulze (UWG) mithilfe einer Prise Humor dennoch für eine Ersatzbaumart zu begeistern, die mit dem gefällten Vorgänger in verwandtschaftlicher Beziehung steht. „Ich bin für eine Weide, weil Weiden der Ursprung Werbens sind“, begründet das Stadtoberhaupt seine Wahl. Der Name der Stadt slawischen Ursprungs und bedeutet sinngemäß „unter den Weiden“ oder „Weidenbusch“. Geplant sei außerdem, eine Art „Weihnachtsbaum“ zu pflanzen, kündigt Schulze an.

„Ich bin gegen die Weide“, macht Stadträtin Tina Reppenhagen (UWG) aus ihrem Herzen keine Mördergrube. Als Schattenspender soll eine Eiche oder eine Buche ins Erdreich am wichtigsten Haus der Stadt und für die Adventszeit eine Fichte Einzug halten, die geschmückt werden könne. Auch seien diverse Blühsträucher geplant. „Es geht zu viel Grün verloren“, mahnt sie.

„Wir sollten uns Zeit lassen“, merkt Vize-Bürgermeister Wolfgang Trösken (Bürgerfraktion) an. In die Pflanzpläne müsse die Denkmalbehörde einbezogen werden, da der Platz am Rathaus womöglich als „Ausweichstandort“ für das neue Albrecht-der-Bär-Denkmal freigehalten werden müsse. „Deshalb sollten wir nicht vorschnell beschließen“, appelliert der Behrendorfer.

Die Bäume sollen von der Schützengilde und vom Arbeitskreis Werbener Altstadt spendiert werden. Dass Letzterer die Sorte aber selbst aussuchen wolle, „geht natürlich nicht“, stellt Schulze klar. Und weil es „riesengroße Meinungen“ gegen die Pflanzpläne gebe, sollen die Bäume in der nächsten Sitzung des Werbener Stadtratsauschusses für Wirtschaftsförderung und Tourismus ausgesucht werden.

Von Antje Mahrhold

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