„Ideen gibt es viele“ / Grundsatzbeschluss zugestimmt

Werben: Neuer Bootsanleger soll Tourismus helfen

Der Schiffsanleger im Buhnenhaken.
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Der Schiffsanleger im Buhnenhaken ist auf große Schiffe ausgelegt. An einer niedrigeren Variante könnten auch kleinere Boote anlegen.
  • Stefan Hartmann
    VonStefan Hartmann
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Die Hansestadt Werben will den Schiffsanleger und die Slipanlage im Buhnenhaken erneuern. So lautet zumindest der Grundsatzbeschluss des Stadtrates. Bis es losgehen kann, wird es aber noch etwas dauern.

Werben – Werbens Hafen- und Slipanlage sollen erneuert werden – so zumindest der am Dienstagabend gefasste Grundsatzbeschluss des Stadtrates.

Gänzlich unumstritten ist das Projekt, das Schätzungen zufolge mehr als 200 000 Euro kosten wird, jedoch nicht. Zwar sei eine Förderung von bis zu 95 Prozent möglich, der Eigenanteil der Stadt belaufe sich damit auf rund 10 000 Euro, aber trotzdem hätten sich einige Stadträte weitere Informationen zu dem Projekt gewünscht. „Ich tue mir immer schwer mit Grundsatzbeschlüssen“, erklärte Wolfgang Trösken (Bündnis für eine kompetente Verwaltung). Gerne hätte er vor dem Beschluss gewusst, was genau gebaut werden soll. Diese Information könne gewährleistet werde, antwortete darauf Verbandsgemeindebürgermeister René Schernikau (parteilos). Dafür sei bis 2022 noch ausreichend Zeit. Bei dem Projekt handele es sich um einen wichtigen Baustein für die Touristik, erläuterte Schernikau. Es solle eine öffentliche Anlage entstehen, die vom Hansesportboot-Verein Werben/Elbe betreut wird. Gewinn dürfe dieser damit nicht erwirtschaften. Der Beschluss zum jetzigen Zeitpunkt sei notwendig, um Fördermittel beantragen zu können.

Auch Stadtrat Michael Schnelle (CDU) hatte Einwände gegen den Tagesordnungspunkt. Zunächst per Geschäftsordnungsantrag, um den Tagesordnungspunkt abzusetzen, versuchte er geltend zu machen, dass es nicht möglich gewesen sei, sich über den Antrag zu informieren. Als dieser Vorstoß scheiterte, startete er einen weiteren Versuch mit einer Änderung der Tagesordnung – der ebenfalls und mit demselben Abstimmergebnis abgelehnt wurde.

Bei jeweils einer Enthaltung und einer Gegenstimme wurde der Grundsatzbeschluss mit sieben Ja-Stimmen angenommen.

Der aktuell stehende Schiffsanleger habe einen ganz entscheidenden Schwachpunkt, erklären Oliver Bösner, stellvertretender Vorsitzender des Hansesportboot-Verein Werbe/Elbe, und Mitglied Silke Bösner: Für Boote ist er viel zu hoch, weshalb er gegen einen Bootsanleger getauscht werden soll. Gerade wer mit dem Kanu anlegen wolle, muss weit über seinen Kopf greifen, um nur die Kante erreichen zu können. Einen Komplettabriss bedeute das Projekt jedoch nicht. Die vier Fundamente, die den aktuellen Anleger halten, seien noch in gutem Zustand und können wiederverwendet werden. „Sonst wäre das eine Totgeburt“, stellt Oliver Bösner fest.

Auch wenn noch nicht alle Details geklärt sind, können sie sich rund zehn Bootsplätze für den Anleger vorstellen. Wenn möglich soll in Modulen gebaut werden. Diese könnten dann bei Bedarf, wie einem Sturm beispielsweise, entfernt oder, falls es mehr Plätze braucht, erweitert werden.

Die alte Slipanlage sei zwar nutzbar, aber nicht optimal. Sie sei etwas zu steil geraten und die Betonelemente enden abrupt. Gerade bei niedrigem Wasserstand müsse dann eine Kante überwunden werden. Abgerissen werden solle sie jedoch nicht. Stattdessen, so die Idee, könnte eine zweite wenige Meter weiter östlich errichtet werden. Neben dem kleinen Feuchtbiotop, das erhalten bleiben soll.

Der Sachbearbeiter vom Blauen Band sei begeistert von der Idee gewesen, eine Anlegestelle in Werben zu etablieren, berichten die Bösners. Zwischen Arneburg und Wittenberge gebe es an der Elbe keine. In der Nähe stehe nur Havelberg, allerdings an der Havel und nur per Schleuse zu erreichen, zur Verfügung. So könne der lokale Tourismus gefördert werden. „Ideen gibt es viele“, sind sich die Bösners einig. Möglicherweise könne man auch versuchen, einen Shuttleservice für Besucher einzurichten.

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