Investoren wollen fast sechs Millionen Euro in das Gelände stecken

Werben: Neue Chance für Johanniter-Komturei

Brombeerranken ragen in ein sanierungsbedürftiges Gebäude.
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Der Langstall kann zwar mit einem neuen Dach glänzen, die Fassaden brauchen jedoch ein wenig Arbeit. Fehlende Fenster und Türen erlauben es der Natur, das Gebäude zurückzuerobern.
  • Stefan Hartmann
    VonStefan Hartmann
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Das geschichtsträchtige Komtureigelände in Werben verfällt. Investoren planen mit einer fast sechs Millionen Euro hohen Investition etwas dagegen zu tun. Ob dieser Weg eingeschlagen wird, entscheidet der Stadtrat.

Werben – Der Zustand der Bausubstanz auf dem Komtureigelände in Werben ist schlecht. Zu dem Schluss kommt auch eine Projektstudie von Investoren, die das ändern wollen. Die geschätzten Baukosten liegen bei rund 4,8 Millionen Euro. Hinzu kommen circa 1,1 Millionen Euro Baunebenkosten, die bis 2028 in das Komtureigelände fließen sollen.

Gemeldet hätten sich die Investoren auf eine öffentliche Ausschreibung der Plattform „Luxus der Leere“, erklärt Werbens Bürgermeister Bernd Schulze (parteilos) am Freitag im Pressegespräch. Seit März wurde ein Konzept er- und erst kürzlich noch überarbeitet, wie das Gelände bei Einhaltung aller Regeln des Denkmalschutzes wiederbelebt werden könnte. Der erste Bauantrag soll, sofern der Stadtrat sich in seiner kommenden Sitzung am Dienstag dafür ausspricht, bereits im ersten Quartal 2022 gestellt werden. Der bisherige Projektplan sieht dabei den Start mit der Scheune und dem Verwalterhaus vor. Das könnte jedoch noch gedreht werden: Für den Langstall gebe es zwei parallel laufende Planungen, sagt Schulze. Zum einen könne Wohnraum entstehen. Möglich sei jedoch auch eine Vermietung für eine Seniorentagespflege. Diese könnte aufgrund des bereits fertiggestellten neuen Daches vergleichsweise zügig gebaut und abgeschlossen werden – dann würde sie direkt Gewinne abwerfen und weitere Maßnahmen mitfinanzieren. Deshalb könnte der Langstall in der Planung nach vorne rutschen.

Rund ein Drittel der Werbener sei über 65 Jahre alt, informiert der Bürgermeister. Bei dieser Demografie sei eine Tagespflegeeinrichtung keine schlechte Sache. In den Stallgebäuden sollen bis zu acht Eigentumswohnungen entstehen. Auch eine großzügige Dachterrasse sieht die Planung vor.

In der Scheune sollen bis zu acht Nutzungseinheiten für Büros, Studios, Ateliers und Veranstaltungsräume entstehen. Bereits abgestimmt mit dem Denkmalschutz sei die Option, auf dem Dach des Gebäudes Fotovoltaik-Anlagen zu errichten. Für den Bereich östlich des Gebäudes gibt es ebenfalls Ideen: Dort soll ein Garten angelegt werden.

Laut Konzept sollen mindestens drei Gewerbe zugesichert werden, sagt Schulze. Die Steuereinnahmen kämen der Stadtkasse zugute. Der Stadtrat bespricht die Pläne am 16. November, im nichtöffentlichen Teil der Sitzung.

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