Inzidenz macht Öffnung aktuell unmöglich / Perspektive fehlt

Waldbad Wischer: Badesaison steht vor dem Aus

Das Waldbad Wischer.
+
Das Waldbad Wischer lädt bei gutem Wetter dazu ein, die Füße abzukühlen. Ob das Strandbad für die Saison geöffnet werden kann, steht noch nicht fest.
  • Stefan Hartmann
    VonStefan Hartmann
    schließen

Mit dem zunehmend besseren Wetter steigt auch die Lust darauf, schwimmen zu gehen. Ob das in den kommenden Wochen möglich wird, steht noch nicht fest.

Wischer – Der pünktliche Start der Badesaison Mitte Mai steht auf der Kippe. Die Eindämmungsverordnung des Landes Sachsen-Anhalt gilt noch bis zum 9. Mai, aber selbst wenn mit deren Ablauf eine Öffnung von Schwimm- und Freibädern wieder möglich wäre, kommt noch immer die Bundesnotbremse ins Spiel, die deren Möglichkeiten einschränkt. Ab einer Inzidenz von über 100 müssen sie geschlossen bleiben.

Für Tino Braune, Besitzer des Waldbad-Campingplatz-Wischer, eine besonders schwere Last: Seit dem 1. April läuft theoretisch die Campingsaison – die ebenfalls coronabedingt ausgesetzt ist. Trotz aller Verbote ist das Interesse in der Bevölkerung groß. „Seit dem 1. April werden wir täglich angerufen“, schildert er die Lage. Menschen aus dem ganzen Bundesgebiet erkundigen sich nach freien Plätzen auf dem Campinggelände und müssen abgewiesen werden. Trotzdem sind in der Region teilweise Wildcamper unterwegs, wie er beobachtet hat. Besonders schmerzhaft ist jedoch, dass das Waldbad nicht öffnen darf, auf der anderen Seite des Sees jedoch regelmäßig bei gutem Wetter Menschen gesehen werden. „Zum Baden ist es noch zu kalt“, stellt Braune fest. Allerdings würde es nicht mehr lange dauern, bis sich auch das ändert. Grundsätzliches Verständnis für die Schließung der Freibäder hat er. „Es ist ja klar, da ist der Platz bis zum Zaun begrenzt“, sagt Braune. Am See sei dies jedoch anders. Dort könnten tausende Besucher kommen und trotzdem gebe es noch ausreichend Platz. Dass nicht alle einzelnen Badeeinrichtungen überprüft und für jede eine Sonderregelung getroffen werden kann, sei zwar verständlich, aber unbefriedigend.

Weniger Verständnis bliebe jedoch für die Camping-Regelungen, die im vergangenen Sommer galten, übrig. Die Vermietung von autarken Unterkünften, also mit eigener Dusche und Toilette, waren möglich. Gleichzeitig musste jedoch das Waschhaus geöffnet bleiben. Zelten war untersagt, bei Mitnahme eines Camping-Klos jedoch möglich – völlig unabhängig davon, dass das Waschhaus ohnehin geöffnet bleiben musste. „Für die Besucher, die es nicht brauchen, muss das Waschhaus offen sein und die, die es brauchen dürfen nicht kommen? Das ist völlig unlogisch“, findet Braune.

Wäre die Corona-Krise nicht dazwischengekommen, gäbe es wenig zu klagen. „Der Zulauf ist grandios“, beschreibt Braune die Zeit seit der Umbenennung 2019. Nur während der Krise natürlich nicht. Die Saisonpause wurde genutzt, um einige Sanierungsarbeiten und Neuanschaffungen zu tätigen. Einige neue Campingpods stehen auf dem Gelände und zum Juni sollen weitere Mobilheime folgen. „Klar, mache ich mir Sorgen ums Finanzielle. Man fragt sich, ob man einiges wirklich hätte machen sollen“, sagt der Besitzer.

Deshalb hofft er auf eine möglichst schnelle Öffnung. Nicht nur, um seine Finanzen zu retten, sondern auch für die Menschen. Diese seien mittlerweile müde, wie sich auch an den vielen Anfragen zeige. „Es bleiben nur noch vier Monate Sommer“, sagt er. Vereine, Gruppen und Kollegien hätten sich für verschiedene Dinge interessiert. Grillnachmittage und Treffen. Der Kalender könnte voll sein, wenn auch unter dem Corona-Vorbehalt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare