„Ich will ja nicht reich werden“

Verwaiste Sonnenterrasse am Arneburger Elbufer rüstet sich für Neustart

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„Für diesen Ort kann es nur einen Namen geben“, zeigt Anja Freitag auf das maritime Kleinod von Arneburg. Bis voraussichtlich spätestens Mitte April will die 43-Jährige ihre Gaststätte „Hafenblick“ eröffnen. Das Lokal hat die Ostaltmärkerin von der Stadt gepachtet.

Arneburg – Steuerrad und Schiffstau fehlen zwar noch, aber der Neustart auf dem lukullischen Sonnendeck im Arneburger Hafen zeigt sich im Inneren frisch olivkanariengrün gestrichen: Das Ruder ebenso frisch übernommen hat im schon seit einiger Zeit leerstehenden Gastro-Kleinod am Fuße des Burgbergs mit Anja Freitag eine neue Pächterin, die sich vor einer Woche erfolgreich im Stadtrat vorstellte.

Und die am Montagvormittag mit ansieht, wie fleißigflinke Servicekräfte das Logo der früheren „Strandperle“ vom Glas der Eingangstür pulen.

„Ich liebäugele schon lange mit einem kleinen Restaurant außerhalb von Stendal“, plaudert eine gut gelaunte, gebürtige Havelbergerin voller Tatendrang mit der AZ. Auf der Terrasse wirbelt Sturmtief „Bennet“, während die 43-Jährige Ostaltmärkerin begeistert auf den grünen Strom zeigt.

Die frühere „Strandperle“ eröffnet unter neuem Namen in wenigen Tagen.

„Für diesen Ort kann es nur diesen einen Namen geben“, begründet Freitag den Titel ihrer neuen Herausforderung. „Hafenblick“, genau den haben die Gäste, die sich voraussichtlich ab spätestens Mitte April auf der Terrasse mit 40 Plätzen und im Gastraum mit 24 Sitzgelegenheiten von der neuen Pächterin mit Speis und Trank verwöhnen lassen können. Freitag habe fünfeinhalb Jahre im Ruhrgebiet gelebt, sei danach in Magdeburg tätig gewesen und habe mit ihrem Ex-Mann in Mahlwinkel eine Reihe von Großveranstaltungen auf die Beine gestellt. Auch eine Bar in Stendal habe sie mit betrieben. Außerdem verfüge sie über reichlich Erfahrung im Cateringbereich.

Das Lokal am Ufer der Elbe will die neue Chefin „mit geringem Personalaufwand“ ganzjährig betreiben. Sie will ein „ausgewogenes Preis-Leistungsverhältnis“ bieten und ganz besonders eines erreichen: „Es soll Spaß machen, denn reich werden will ich ja nicht“, sagt die Hafenblick-Chefin. Sie sei auch „sehr froh“, dass die Vorbereitung auf ihren beruflichen Neustart dank der Verantwortlichen bei der Stadt und im Arneburger Eigenbetrieb „so gut geklappt“ habe.

Ein Imbiss werde es nicht, denn Restaurant-Charakter sei Freitag wichtig. Sie plant besondere Aktionen, wie etwa Familien-Essen mit Festpreisen und Selbstbedienung am Tisch als „Pasta-Schmaus“ oder „Curry-Doppel“. Das Brot liefere eine Konditorei aus der Kreisstadt und das Fleisch werde sie vom Stendaler Bauernmarkt beziehen. Auf der Karte werden sich Salate und Nachspeisen genauso finden wie vegetarische Gerichte und hausgemachter Kartoffelsalat, aber auch Currywurst und Pommes frites – sowie hausgemachte Torten und hausgebackener Kuchen.

Fest geplant sei im Sommer ein Fisch-Barbecue, das an einem Samstagabend dann den vorreservierten Gästen ein ganz besonders erf(r)ischendes Arneburg-Erlebnis biete.

VON ANTJE MAHRHOLD

 

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