Höhe kommt erneut auf den Tisch

Verbandsgemeinderat Arneburg-Goldbeck verweist Windrad-Frage zurück in Bauausschuss

Eine Windkraftbaustelle
+
Die Höhe von Windkraftanlagen sollte auf 220 Meter begrenzt werden. Dem entgegen steht jedoch, dass bereits mehrere genehmigt und im Bau sind, die diese Höhe übersteigen.
  • Stefan Hartmann
    VonStefan Hartmann
    schließen

Die maximale Höhe von Windrädern muss in der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck erneut verhandelt werden. Der Verbandsgemeinderat hat die Diskussion in den Bauausschuss zurückgereicht.

Arneburg-Goldbeck – Windräder sind nicht nur gut dazu, Strom zu erzeugen. Eigentlich sollen sie als grüne Energiequelle dabei helfen, die Erderwärmung zu minimieren. Am effektivsten sind sie jedoch darin, bei Diskussionen die Gemüter zu erhitzen. So auch bei der Sitzung des Verbandsgemeinderates Arneburg-Goldbeck, der am Montagabend tagte.

Ursprünglich sollte mit einer Änderung des Teil-Flächennutzungsplanes Wind die Höhe von Windkraftanlagen auf 220 Meter begrenzt werden. Nach der Einholung erster Stellungnahmen sollte diese jedoch auf 250 Meter angepasst werden, wie Diplom-Ingenieurin Kathrin Bruckbauer vom beauftragten Planungsbüro erklärte. „Bisher gab es keine Höhenbegrenzung im Flächennutzungsplan“, stellte Bruckbauer fest. Deshalb sei auch diese Änderung nach oben weiterhin eine Begrenzung. Mit dem technischen Fortschritt sei damit zu rechnen, dass Windkraftanlagen noch größer werden als bisher. Das sei prinzipiell nichts Schlechtes. Höhere Windkraftanlagen bedeuteten auch, dass weniger gebaut werden müssen, um die gleiche Leistung zu erhalten. Damit werde eine „Wand“ aus Windrädern vermieden. Außerdem flögen Tiere eher in den niedrigen Höhen.

Eines der stärksten Argumente für die Anpassung sei jedoch, dass bereits Anlagen genehmigt worden sind, die die neue Begrenzung übersteigen. Das würde den FNP angreifbar machen.

Jörg Spanier (Unabhängige Wählergemeinschaft Goldbeck) positionierte sich gegen die Anpassung auf 250 Meter. Der Verbandsgemeinderat sollte auch darauf achten, dass die Lebensqualität nicht zu sehr unter dem Ausbau der Windenergie leidet. Jochen Hufschmidt (UWG) widersprach diesem „konstruierten Gegensatz“. Es sei schließlich auch im Interesse der Bürger, wenn erneuerbare Energien ausgebaut würden.

Wilfried Raup (Naturfreunde Wischer-Gemeinderat Hassel) positionierte sich klar gegen die Erhöhung. „Windkraft ist eine moderne Form der Folter“, äußerte er seine Auffassung eindeutig. Bei einer Begrenzung von 220 Metern sei er noch mitgegangen, 250 schließe er jedoch aus. Raup war zuvor im Bauausschuss eines der beiden anwesenden Mitglieder gewesen. Die übrigen drei hatten aus Krankheits- und Urlaubsgründen nicht an der Sitzung teilgenommen. Raups Gegenstimme und der Dafür-Stimme des Ausschussvorsitzenden Mike Bardehle (Bürgerliste) hatte es keine Mehrheit für die Anpassung gegeben.

Bardehle hingegen erklärte, dass sich in der Beratung alle drei anwesenden Sachkundigen Bürger dafür ausgesprochen hätten, da man sich nicht mit einer bereits überschrittenen Höhenbegrenzung angreifbar machen wolle. Bei der Abstimmung konnten diese Äußerungen natürlich nicht gezählt werden.

Nach hitziger Diskussion beantragte Bardehle, dass die Vorlage erneut im Bauausschuss diskutiert werden sollte. Wolfgang Trösken (Bündnis für eine kompetente Verwaltung) sprach sich ebenfalls dafür aus. Entscheidungen würden nach dieser Situation eher aus dem Bauch heraus entschieden. Das würde den Verbandsgemeinderat unnötig beschädigen. Deshalb hoffe er darauf, dass der Bauausschuss erneut tätig werde. Der Rat stimmte dem überwiegend zu. Drei Mitglieder enthielten sich.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare