Faszination Pferd: Interessengemeinschaft inszeniert Kaltblüter beim „Grünen Wochenende“

Tierische Arbeitskraft will wachsen

+
Kräftig und gutmütig: Das Können der Kaltblüter steht am 9. September auf dem Gelände der Landesanstalt in Iden im Blickpunkt. Die besonderen Pferde erleben einen Aufschwung im Turniersport und rücken Bäume.

Iden. Pferde können Dörfer beleben und Jobs schaffen, glauben die Fans der edlen Tiere mit den vier Hufen. Um die Bedeutung einer besonders leistungsstarken Spezies sorgt sich die „Interessengemeinschaft Zugpferde“ (IG).

Das Gremium um Vize-Landesvorsitzenden Norbert Krüger aus Zedau bei Osterburg und Sachsen-Anhalts Vereinschef Stephan Heiland, der im zu Kalbe zählenden Wustrewe beheimatet ist, will im sieben Monaten das traditionell große Publikum zum Grünen Wochenende im Wischedorf Iden nutzen, um Können und Kraft der Kaltblüter gezielt in den Blickpunkt zu rücken.

Die massiven Pferde sind für ihr ruhiges Temperament bekannt – und für ihre große Stärke. Ob alleine beim Rücken von Bäumen in der Forstwirtschaft, zu zehnt vor einem historischen Pferdeomnisbus oder im Duo vor Planwagen nach Art des Erfinders des öffentlichen Personennahverkehrs Simon Kremser. Unter dem Familiennamen des preußischen Hofrates, der anno 1825 Fuhrunternehmer in Berlin war, sind die bis heute äußerst beliebten Kremserfahrten benannt.

In der Altmark herrscht bei publikumsträchtigen Schaupflügen-Veranstaltungen stets hohe Kaltblüter-Präsenz. Bei einem Treffen im Oktober griff eine Dressurreiterin aus dem ostaltmärkischen Erxleben an die Zügel, um die Kaltblüter „Otto“ und „Horst“ von IG-Vorsitzenden Heiland in der Furche zu dirigieren. Sie liebe die Arbeit mit Kaltblütern, erklärte Gabi Mente damals in Brunau der AZ. Mit von der Partie war beim Stelldichein auf dem Acker mit Tino Fehse ein weiteres Mitglied der bundesweit tätigen Interessengemeinschaft.

„Wir werden am 9. September in Iden das Grüne Wochenenende auf dem Gelände der Landesanstalt gestalten“, erklärt Norbert Krüger. Details zum Programm will der Zedauer in einer Woche verkünden. Das Spektakel findet auf dem Areal an der Lindenstraße mit dem im September 2015 eröffneten Agraneum ein passendes Domizil. Denn das Können der kaltblütigen Arbeitspferde ist nicht nur historisch bedeutsam, sondern könnte wieder ein Trend werden. Denn das Pflügen mit Pferden sei besser für die Böden. Es könne gerade im ökologischen Landbau ökonomisch sinnvoll angewandt werden, behaupten Fachleute. Bodenbearbeitung mit einem Kaltblut an der Klinge gilt aber als eine besonders anspruchsvolle Arbeit – und zwar auch für den Pflugführer. Können, Konzentration und Kondition seien nötig, erklären die Zugpferde-Fans. Ihre IG registriert aktuell eine erfreuliche Entwicklung gerade im Fahrsport. Spektakel mit Zehnspännern, wie etwa im Juni bei einem Wettbewerb im benachbarten Brandenburg, offenbarten immer öfter „beachtenswerte Leistungen“. Turniere dieser Art erlebten somit mittlerweile einen „erstaunlichen Aufschwung“.

Von Antje Mahrhold

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare