Wie im Luna-Park in Werben müssen viele Hände anpacken / Leere Kassen wirken erschwerend

Folgen von „Xavier“:  Totholz bedroht Spielplatz in Werben

+
Gefahr im Verzug: Der Außendienst des Ordnungsamtes der Verbandsgemeinde hat den Lunapark in Werben gesperrt.

Werben/Altmark. Sturmtief „Xavier“ hat Schwung in den Holzmarkt der waldreichen Region Ostaltmark gebracht – bei Kamin-Fans wie Verarbeitungsprofis.

Die teuren Folgen der noch lange Zeit andauernden Beseitigung aller Schäden aber strapazieren vielerorts sowieso schon klamme Stadt- und Gemeindekassen – auch die weltkleinste Hansestadt macht da keine Ausnahme.

So lag diese Woche in der ersten Ratssitzung nach Beginn der Abwahl gegen Bürgermeister Wolfgang Tacke (parteilos) auch jede Menge Totholz auf dem Tagungstisch. Konkret ging es dabei um Gefahr im Werbener Lunapark, der einen Spielplatz beheimatet, weswegen sich viele Anwohner schon aus Sorge an das Ordnungsamt der Verbandsgemeinde gewandt hatten. In dem aus Eichen, Linden, Eschen und Buchen bestehenden Park wimmele es nach dem Sturm an von Absturz bedrohten Baumwerk. Das Areal sei entgegen bisheriger Praxis über eine Woche nach dem Starkwind noch immer nicht abgesperrt gewesen, monierten die Bürger im Amt. „Warum passierte das nicht eher?“, sind die Werbener empört.

In der mit allen fünf Ortsteilen rund 1100 Einwohner zählenden Kleinstadt gibt es seit dem Rücktritt der UWG-Fraktionsvorsitzenden Elisabeth Gellerich im Juli keinen Bau-Ausschuss-Vorsitzenden – was in der von Denkmalen und Historiksubstanz reich gesegneten Kommune von vielen als äußerst problematisch angesehen wird. Und weil es keine Bewerber für das zeitintensive Leitungsamt gibt, soll nach dem Willen des Stadtrats nun der Bürgermeister einspringen, wogegen Tacke vor zwei Tagen in einer E-Mail an Arneburg-Goldbecks hauptamtlichen Verwaltungschef René Schernikau „ganz energisch“ Einwand erhoben hat.

Damit im Lunapark kein Besucher Schaden nimmt, hat der Außendienst des Verbandsgemeinde-Ordnungsamtes am Freitagvormittag Flatterband, Verbotsschilder und Absperrbaken postiert. Nach Informationen der AZ führte ein Verantwortlicher der Behörde die Absprachen darüber mit Vize-Bürgermeister Bernd Schulze (UWG), weil der Amtsinhaber nicht erreichbar gewesen sei. Tackes Stellvertreter habe mit dem Amt „gut zusammengearbeitet“, heißt es aus Kreisen der Verwaltung.

Von Antje Mahrhold

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare