Trotz Empfehlung vom Verbandsgemeinde-Chef legt Bürgermeister Zuschuss bis Dezember auf Eis

Streit um geretteten Silberpokal

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Werbens Stadtoberhaupt Wolfgang Tacke will keine 100 Euro für das Geschenk eines seiner Vorgänger locker machen.

Werben. Ein Zwist um die Finanzierung des Wiederbeschaffungswerts eines fast 100 Jahre alten Schützen-Relikts ist jetzt in Werben in Gang.

Nachdem der Chef des Vereins „Schützengilde zu Werben 1750“ bei Arneburg-Goldbecks Verbandsgemeinde-Chef vergeblich um Unterstützung geworben hatte, bat Jürgen Drechsler im jüngsten Stadtrat bei Werbens Bürgermeister Wolfgang Tacke um 100 Euro Zuschuss.

Denn genau dies hatte der neue Verbandsgemeinde-Bürgermeister dem Gildeoberst geraten. „Vereine haben die Möglichkeit, im Rahmen der Zuwendungsrichtlinie der Hansestadt Werben Zuschüsse bei der Stadt zu beantragen“, teilte René Schernikau mit. Aber das Stadtoberhaupt hat die Angelegenheit zunächst auf Eis gelegt. Tacke wolle auch wegen der Finanzlage der Stadt erst im Dezember entscheiden. Derweil hat die CDU-Fraktion angekündigt, das Stadtoberhaupt nun in jeder Sitzung an die 100 Euro erinnern zu wollen. Denn es seien im Werbener Haushalt für solche Zwecke 800 Euro da.

Bei dem 63 Zentimeter hohen, versilberten Messingpokal handelt es sich um ein Geschenk eines Vorgängers von Tacke. Die Stadt Werben hatte es am 26. Juli 1925 zum 175. Geburtstag der Gilde überreicht. Zuletzt war es nach einer Haushaltsauflösung in Werben in die Hände eines Händlers im Raum Perleberg geraten, über den dann der Kontakt zum Werbener Verein hergestellt wurde. Nach AZ-Informationen soll der Pokal für 350 Euro erworben werden. Zwei Stadträte und ein Verwaltungsmitarbeiter hätten bereits je 50 Euro gespendet.

Von Antje Mahrhold

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