Werbener Kritik an Adebar-Hinterlassenschaften zwingt Landrat zu „endgültiger Lösung“

„Storchenkot-Erlass“ soll’s richten

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Wer macht den Dreck weg? Wo Störche schnäbeln, werden Dachziegel schmutzig. Nach der Kritik ausgerechnet aus der Storchenstadt Werben, hofft der Bürgermeister auf eine endgültige Lösung vom Stendaler Landrat.

Werben/Landkreis. Nach heftiger Kritik wegen Dreck und drohenden Dachschäden durch gehäufte Adebar-Stoffwechselprodukte ausgerechnet aus der Storchenstadt Werben hat sich Stendals Landrat der schmutzigen Angelegenheit angenommen.

„Informationen“ aus der nördlichsten Stadt der Verbandsgemeinde und „Bitten“ des dortigen Stadtoberhaupts hätten Carsten Wulfänger (CDU) jetzt veranlasst, „die Thematik einer grundsätzlichen Klärung für den gesamten Landkreis zuzuführen“, erfährt Werbens Bürgermeister diese Woche in einer E-Mail aus der Kreisverwaltung.

Auslöser für den Werbener Storchenstreit war die Montage einer Nisthilfe auf dem Dach des örtlichen Traditionshotels, das sich in Eigentum der Stadt befindet und verpachtet ist. Im Stadtrat im April war darüber geschimpft worden, dass es im Vorfeld der Aktion keine Information gegeben habe. Daraufhin gab Bürgermeister Wolfgang Tacke bekannt, dass er selbst auch erst am Tag der Montage telefonisch in Kenntnis gesetzt worden sei. Über den Ziegeln des „Deutschen Hauses“ hatte das Holzgestell im Frühjahr im Auftrag der Unteren Naturschutzbehörde Einzug gehalten, die zu Wulfängers Zuständigkeitsbereich gehört.

„Ich nehme erfreut zur Kenntnis, dass sich der Landrat der Thematik der Hinterlassenschaften von Storchennisthilfen nun grundsätzlich für das gesamte Kreisgebiet annehmen will“, erklärt Tacke der AZ. Nach der Kritik im Stadtrat, der laut Tacke „auf das Verursacher-Prinzip verwiesen“ habe, „erwirkte ich beim zuständigen Mitarbeiter des Kreises Stendal eine Zwischen-Lösung“. So sollen die Termine des Beringens von Jungstörchen künftig gleich mit dazu genutzt werden, „Unrat aus den Dachrinnen zu entfernen“, teilt Werbens Stadtoberhaupt mit.

Dem Bürgermeister sei vom Landkreis außerdem auch noch mitgeteilt worden, dass für die „Schlussreinigung“ nach storchenbedingten Verunreinigungen etwa auf den Gehwegen der „örtliche Bauhof“ sorgen müsse. Werbens Stadtoberhaupt erklärt: „Sobald der Landrat eine endgültige Lösung erdacht hat, wird er sicherlich alle kreisangehörigen Gemeinden mittels ,Storchenkot-Erlass’ an seiner Weisheit teilhaben lassen.“

Von Antje Mahrhold

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