Waschcontainer soll aufgestellt werden

„Es stinkt und müffelt“ – Neue Halle ohne Kegelbahn in Arneburg geplant  

Elbstadt-Präzisionssportler sind um ihre Trainingsstätte besorgt.
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Elbstadt-Präzisionssportler sind um ihre Trainingsstätte besorgt.

Arneburg – Der Plan der Stadtverantwortlichen für den Bau einer Zweifelder-Halle in Nachbarschaft der vor genau 60 Jahren eingeweihten Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportstätte löst nicht bei allen Arneburger Fitness-Fans Begeisterung aus.

„Die Kegler sind traurig“, gibt Kerstin Niemann im jüngsten Stadtrat die Stimmungslage unter organisierten Präzisionssportlern in Reihen des Arneburger Vereins Rot-Weiß wieder. Die Damen und Herren seien besorgt, dass sie im neuen Gebäude nicht berücksichtigt würden, wie das Vorstandsmitglied mitteilt.

Laut dem Entwurf, den Architekt Steffen Klug an dem Abend von der rund 45 Meter langen, etwa 23 Meter breiten und voraussichtlich sieben Meter hohen Stahlbeton-skelettbau-Konstruktion präsentiert, wird die neue Halle über keine Kegelbahn verfügen. Dafür aber sollen den Planungen zufolge Garagen, die gegenüber der früheren Sekundarschule stehen, abgerissen werden. Damit werde Raum für Stellplätze geschaffen, berichtet Klug in der Sitzung in der Stadthalle.

Im Sportverein der Elbestadt, welcher laut seinem Wappen vor fast 160 Jahren gegründet wurde, fragten sich die Arneburger angesichts des Neubauplans, „was mit dem alten Objekt werden soll“, wie Niemann in der Einwohnerfragestunde weiterhin mitgeteilt hat. Außerdem verweist die Verantwortliche auf die aktuelle Lage bei den Keglern. Angesichts des Zustands der Sanitäranlage, deren Sanierungsbedürftigkeit seit langer Zeit bekannt sei, schildert das Vorstandsmitglied widrige Bedingungen. Da die Sportler auch „Publikumsverkehr“ hätten, sei dies kein gutes Aushängeschild. „Es stinkt und müffelt“, erklärt sie.

Was die Stadt mit der nach Turnvater Jahn benannten Sportstätte langfristig vorhabe, sei derzeit noch unklar, gibt der Bürgermeister der Vereinsverantwortlichen zur Antwort. Die Entscheidung über die Zukunft der 60 Jahren alten Halle werde getroffen, wenn klar sei, ob das neue Sportobjekt gebaut werde – oder auch nicht, wie Bürgermeister Lothar Riedinger (CDU) erklärt. Maßgeblich sei, ob für den Neubau die erwarteten Fördergelder fließen. Unabhängig davon gab es aber bereits eine maßgebliche Treffen zuständiger Fachleute, die das Neubauprojekt planen (AZ berichtete).

Um die Situation der Kegler von Rot-Weiß, die nach Angaben des Vereins von Vorstandsmitglied Petra Seiffert geleitet werden, zu verbessern, hat Arneburgs Stadtoberhaupt in der Ratssitzung eine mögliche Lösung in Aussicht gestellt. Es könne geprüft werden, ob es möglich sei, einen sogenannten Waschcontainer aufzustellen, kündigte Riedinger an.

Dem Sportverein der Elbestadt gehören neben der Abteilung Kegeln noch die Sparten Fußball, Pferdesport, Frauensport, Leichtathletik und Tischtennis an. Wegen des geplanten Sporthallen-Neubaus hatte Arneburgs CDU-Stadtratsfraktion im Februar eine Art Krisengipfel in der Jahn-Sportstätte organisiert.

Dort nehmen neben den Erst- bis Viertklässlern der Grundschule auch die „Bambinis“ des Arneburger Leichtathletikvereins (ALV) Sportstunden. Bei dem Treffen hatte Trainerin Julia Gabelt den Ratsmitgliedern um Vize-Bürgermeisterin Martina Stockmann geschildert, dass es etwa an Abstellmöglichkeiten für Trainingsgeräte mangele. Diese müssten jedes Mal aufwendig in eine benachbarte Garage bugsiert werden. Arneburger Stadträte hätten den Eindruck, „dass der Schwerpunkt auf Goldbecker Bauvorhaben“ liege, hatte Bauausschuss-Vorsitzender Dirk Muszczak an dem Abend vor acht Monaten erklärt (AZ berichtete). VON ANTJE MAHRHOLD

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