Stadt Arneburg plant 3D-Touren durch Museum und Kirche

„Der Effekt ist sehr geil“

Die Stadtkirche in Arneburg soll in einer 3D-Tour virtuell erlebbar werden.
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Kirche St. Georg Arneburg
  • Antje Mahrhold
    vonAntje Mahrhold
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Arneburg – Weil gerade auch Öffnungszeiten eine Barriere darstellen können, will der Elbeort Arneburg nach dem Vorbild der Kreisstadt mit virtuellen 3D-Touren auf sich aufmerksam machen.

Wie schon seit Mitte Mai in Stendals Altmärkischen Museum sollen auch Arneburgs Stadtkirche St. Georg und das dortige Heimatmuseum digital erkundet werden können. „Entweder es ist Corona, ich habe mir ein Bein gebrochen oder das Gebäude ist generell nicht barrierefrei“, hat Thomas Laleike im jüngsten Wirtschafts-, Tourismus- und Kulturausschuss Motive für das geplante Projekt in die Waagschale geworfen.

„Eine coole Idee“

Der Grafiker und Webdesigner ist dem Gremium um Vorsitzenden Carsten Sommer (BIA) an dem Abend als „der Sohn von unserem Burgplaner“ vorgestellt worden, womit Rüdiger Laleike gemeint ist, der bekanntlich im Frühjahr 2017 erste Pläne zur Umgestaltung des markanten Arneburger Wahrzeichens präsentiert hat. Sein Filius will die Reize der Klein-stadt nun digital-virtuell zusammenstellen. Geboten werden könnten Panorama-Einblicke, dreidimensionale Modelle und interaktive Inhalte. Selbst mit 3D-Brillen sei der Rundgang erlebbar sowie mittels PC, Tablet und Handy.

Fördertopf gesucht

„Der Effekt ist sehr geil“, verspricht Laleike. Die Tour funktioniere wie Google Streetview, hatte der Inhaber einer Digital-Agentur in Stendal vor fast einem Jahr den rolandstädtischen Museumsverantwortlichen erläutert.

Für den Ausschussvorsitzenden ist die geplante digitale Präsentation historisch wichtiger Standorte eine „coole Idee“, die an ein Projekt des Arneburger Kultur- und Heimatvereins anknüpfe. Aktuell sei Sommer allerdings damit beschäftigt, einen passenden Fördertopf zu finden. Längst aus dem Rennen sei finanzielle Unterstützung aus dem Leader-Programm, von dem Arneburg „leider nicht berücksichtigt“ worden sei. Ebenso erfolglos seien Nachfragen bei der Aktion Mensch und der Staatskanzlei sowie bei Entscheidern des Förderprogramms „Heimat 2.0“ gewesen, wie Sommer berichtet. Er hoffe nun auf eine Berücksichtigung im Bundesprogramm „Demokratie leben“.

Grundlage für die mögliche Aussicht auf einen finanziellen Zuschuss aus Berlin sei, dass Museen und Einrichtungen „Orte der Bildung“ seien. Diese Stätten virtuell erlebbar zu machen, stelle auch einen Beitrag zur Inklusion dar, schaffe Barrierefreiheit und berücksichtige den demografischen Wandel. Dreidimensional womöglich von der heimischen Couch durch das Arneburger Museum zu spazieren oder dem Klang der Zabel-Orgel in der Stadtkirche zu lauschen, stelle einen „kleinen Schritt“ dafür dar, „Heimatgeschichte virtuell zu erleben“, begründet der Gremiumsvorsitzende sein Engegament.

Deswegen werde der Arneburger nun auch noch einen Bittbrief an Lotto-Toto nach Magdeburg schreiben. Das Glücksspielunternehmen vergibt eigenen Angaben zufolge als Projektförderung pro Tag rund 14 000 Euro „für das Gemeinwohl“. Seit 1991 seien fast 11 000 Vorhaben mit rund 213 Millionen Euro bezuschusst worden.

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