Energie und Geld: Hamburger planen große Fotovoltaik-Anlage bei Dalchau

Sonne soll in die Stadtkasse scheinen

In den Einheits- und Verbandsgemeinden im Landkreis gibt es kaum noch weiße Flecken. Auch wenn sich vielleicht das Tempo verringert haben mag, Solaranlagen sind weiter auf dem Vormarsch. Das Bild zeigt einen Solarpark bei Goldbeck.
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In den Einheits- und Verbandsgemeinden im Landkreis gibt es kaum noch weiße Flecken. Auch wenn sich vielleicht das Tempo verringert haben mag, Solaranlagen sind weiter auf dem Vormarsch. Das Bild zeigt einen Solarpark bei Goldbeck.

Arneburg – Auch wenn das Hamburger Unternehmen eine konkrete Investitionssumme an diesem Abend nicht erwähnte, soll doch auch die Gemeinde von der großflächigen Fotovoltaikanlage bei Dalchau profitieren.

Christoph Schmitt, Geschäftsführer der Solar-Konzept GmbH, spricht von der Gewerbesteuer, die sehr wohl in der Kommune bleiben und nicht anderswohin abfließen soll.

Auch Sponsoring sei möglich für ein Projekt der Wahl, 50 000 Euro wären im Budget. Ausgemacht und entschieden scheint derweil noch nichts. Der Hauptausschuss überlässt es ohne große Empfehlung dem Arneburger Stadtrat, den nötigen Bebauungsplan auf den Weg zu bringen oder eben nicht.

Zwei Hamburger vor der Apotheke nahe dem Rathaus nach der Sitzung: Ob Christoph Schmitt (l.), Geschäftsführer des Solarunternehmens, und Projektentwickler Stephan Schmitt das richtige Rezept für Arneburg haben, muss sich erst noch zeigen.

Ins Auge gefasst sind rund 25 Hektar, das entspricht 35 Fußballfeldern. Die Großanlage auf freier Fläche soll es auf eine Leistung von 30 Megawatt bringen und Strom für circa 9000 Haushalte liefern. Die Hanseaten zeichnen nach eigenen Angaben bereits für die Solaranlage im nahen Industrie- und Gewerbepark Altmark (IGPA) verantwortlich. „Die Sonnenqualität im Standort kennen wir schon.“ Südlich davon am sogenannten Blauen Berg soll der neue Komplex entstehen. Das Unternehmen habe sich „auf große Flächen spezialisiert“, heißt es. Und: Es wolle projektieren, bauen und die Technik auch selbst betreiben. Der Ansprechpartner für Politik und Verwaltung bliebe also derselbe.

Großartigen Gegenwind spürten die potenziellen Investoren nicht. Bei der Fläche handele es sich um Ackerland von nicht allzu hoher Qualität, heißt es. Ein Bürger, offenkundig mit der Landwirtschaft verbunden, bedauerte in der Runde dennoch den möglichen Verlust, wirklich herausragende Bodenwerte finde man eh in der gesamten Gegend nicht. Dass das Areal nicht komplett versiegelt würde, die Module auf Pfählen stehen sollen, dürfte Skeptiker kaum beruhigen. So oder so: Solartechnik habe sich weiterentwickelt und sei eben kein Rohrkrepierer, damit lasse sich Geld verdienen und ja, die viel beschworene Energiewende müsse nun einmal auch geschafft werden, sagte Firmenchef Schmitt.

Gibt der Stadtrat am 29. September grünes Licht, geht es um planungsrechtliche Voraussetzungen, den Bebauungsplan, die Ausweisung einer Baufläche, Beratungen, Verträge und mehr, das normale Prozedere eben. Schmitt rechnet damit, dass alles circa eineinhalb Jahre dauern und das Baurecht in zwei Jahren vorliegen könnte. Im Übrigen soll die Freiflächenanlage komplett eingezäunt und davor zusätzlich Sichtschutz gepflanzt werden. Schon jetzt sei die Fläche von Häusern in der weiteren Umgebung aus schwer auszumachen. Bundesweit verantwortete und betreue das Unternehmen derzeit mehr als 50 Projekte. Das Vorhaben im Arneburger Ortsteil Dalchau muss sich noch beweisen.

Ursprünglich sollten und wollten die Hamburger bei der nächsten Stadtratssitzung ihr Projekt vorstellen, doch dann wollen sich die Mitglieder Zeit für die Sporthalle nehmen. Und so kamen Laptop und Leinwand bereits Dienstagabend zum Einsatz. VON MARCO HERTZFELD  

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