„Das schweißt wieder zusammen“

Dürre in der Landwirtschaft: Kreisbauernverband fordert schnellere Direktzahlungen

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Weizen-Ernte am 5. August 2017 bei Rohrbeck: Pralle Ähren werden von Historik-Fans zu Garben gebunden.

Arneburg-Goldbeck/Altmark. Existenzbedrohend für die besonders ländlich geprägte Region wirkt der Hitzesommer 2018: Deswegen schlägt auch der Kreisbauernverband Stendal (KBV) Alarm – und fordert „schnelle unbürokratische Hilfe“ für die Altmark-Landwirte.

Direktzahlungen sollten schneller erfolgen. „Gefährdeten Betrieben soll Geld in die Hand gegeben werden“, verlangt Bauern-Präsident Olaf Feuerborn.

Während am 5. August vor einem Jahr noch pralle Ähren auf einem halben Hektar Weizen-Acker mitten in der Wische bei Rohrbeck von Historik-Fans zu Garben für Großereignisse in Priemern und Iden gebunden wurden (AZ berichtete), ist die Ernte keine zwölf Monate danach „fast drei Wochen eher abgeschlossen“, wieder KBV registriert hat. „Die Situation verschärft sich für tierhaltende Betriebe immer mehr, da Grünland und Maisbestände extrem von Trockenheit betroffen sind“, heißt es in einer vom KBV veröffentlichten Erklärung.

KBV-Geschäftsführerin Kerstin Rammiger hatte schon Anfang Juli darauf verwiesen, dass der Landkreis Stendal eine Dürre erlebe, wie sie es seit mehr als 30 Jahren nicht gegeben habe. „Eine Notstandssituation in der Landwirtschaft ist eingetreten, die erkannt und bekämpft werden muss“, fordert die Interessenvertretung der organisierten Bauern der Region.

Laut einer Umfrage zu den Ernteergebnissen, die Sachsen-Anhalts Bauern-Landesverband bei 95 Landwirten erhoben habe, schwankten die Resultate zwischen Totalausfall und 50 bis 30 Prozent Verlust im Vergleich zum Mittel der vorigen Jahre.

„Einen Ausgleich unter den Kulturen wird es nicht geben, da auch Kartoffeln, Rüben oder Gemüse unterdurchschnittliche Erträge bringen werden“, erklärt der KBV. Hoffnung mache den Verantwortlichen eine Ankündigung von EU-Agrarkommissar Phil Hogan, wonach Abschläge schon im Oktober ausgezahlt werden würden. Damit würde das Geld nicht erst im Dezember bei den Agrarbetrieben eingehen, womit nach Auffassung des Stendaler Verbands die „Liquidität der Landwirte“ erreicht werden könne. Und nicht nur die Dürre belaste, da durch Trockenheit ausgelöste Brände Hunderte Hektar bestellter Ackerfläche zunichtegemacht hätten. „Solche Bedingungen schweißen die Landwirte aber auch wieder zusammen“, erklärte der KBV, nachdem er bereits Anfang Juli den Feuerwehren der Region öffentlich gedankt hatte (AZ berichtete)..

Von Antje Mahrhold

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